Mi., 18.10.2023 , 16:45 Uhr

Weiden

Turbulenter Wirtschaftsprozess

Kein Prozess wie jeder andere: In Weiden ist heute einer der größten Wirtschaftsprozesse der Weidener Justizgeschichte eröffnet worden. Angeklagt ist eine dreiköpfige Familie. Sie soll mit einer Wohnungsbaugesellschatt Gelder in Millionenhöhe ergaunert haben.

Es ist kein Prozess wie jeder andere. In Weiden ist heute einer der größten Wirtschaftsprozesse in der Geschichte des Weidener Landgerichts eröffnet worden. Es geht um Betrug in Millionenhöhe. Angeklagt ist eine dreiköpfige Familie. Sie soll mit der Weidener Wohnungsbaugesellschatt WSE eG Gelder in Millionenhöhe ergaunert haben 20000 Anleger sollen um viel Geld gebracht worden sein. 13,5 Millionen Euro habe die Gesellschaft auf dubiose Weise eingenommen, mindestens neun Milliionen davon illegal. Die Anklageschrift umfasst mehr als 1100 Seiten – verlesen wurde sie heute allerdings noch nicht. Die sechs Verteidiger des Ehepaars (50 und 54 Jahre alt) und des 30-jährigen Sohns rügten, dass die Anklageschrift nicht vorschriftsmäßig schriftlich, sondern als fehleranfällige zip-Datei zugestellt worden sein.

Daraufhin wurden die 1100 Seiten mehrfach ausgedruckt. Die Beteiligten haben nun zwei Wochen Zeit, den Ausdruck mit dem Inhalt der zip-Datei zu vergleichen. So lange bleibt der Prozess unterbrochen.

Am Inhalt der Anklageschrift ändert das freilich nichts: Sie listet auf, wie die drei Angeklagten durch falsche Versprechen Arbeitnehmer dazu gebracht haben sollen, ihnen Vermögenswirksame Leistungen vom Lohn zu überweisen. Zudem seien Kreditverträge abgeschlossen und Arbeitgeber getäuscht worden. Viele Anleger hätten dabei nicht einmal bemerkt, dass sie gleichzeitig der Genossenschaft beigetreten waren. Das Geld sei aber mit Ausnahme einer Wohnung in Rothenstadt nicht in Immobilien geflossen, sondern in ein Luxusleben der Angeklagten – mit Edel-Urlauben, Sportwägen und Rolex-Uhren.

Neben den 20955 Fällen des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sind noch 42000 versuchte Fälle angeklagt. In diesen Fällen haben sich Arbeitgeber beispielsweise geweigert, den mysteriösen Forderungen nach Vermögenswirksamen Leitungen nachzukommen.

Erwartungsgemäß legt es die Schar von Verteidigern in diesem Prozess darauf an, mit Antragsfluten den Prozess kompliziert zu machen und Revisionsgründe zu sammeln. Einen ersten Erfolg konnte heute bereits der Weidener Rechtsanwalt Rouven Colbatz versuchen. Er hatte den Vorwurf der nichtordungsgemäßen Zustellung der Anklageschrift als erster erhoben.

Der Prozess wird am 6. November um 9 Uhr fortgesetzt.

(gb)

2022 Amberg Bayern Betrug Corona Dominic Kriegel Erste Strafkammer Gauner gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Kleinanleger Landgericht Weiden Luhe Luhe-Markt Mammutprozess Michael Haizmann Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Rouven Colbatz TV Bayern live Untreue Verteidiger Weiden Wirtschaftskammer Regensburg Wirtschaftsprozess Wohnsachwerte eG Wohnungsbaugesellschaft WSW eG

Das könnte Dich auch interessieren

09.03.2026 Weiden wählt wieder Die Weidener Bürger werden erneut an die Wahlurnen gerufen. Am 22. März stehen sich in der Stichwahl erneut Jens Meyer von der SPD und Benjamin Zeitler von der CSU gegenüber. Wie bereits bei der Oberbürgermeisterwahl vor sechs Jahren. Doch dieses Mal sind die Vorzeichen völlig andere. Benjamin Zeitler hat aktuell einen riesigen Vorsprung. Er hatte 17.02.2026 Werben um den Wähler Zig tausende von Euros geben die Parteien für den Wahlkampf aus. Auch jetzt vor der Kommunalwahl in Bayern klingeln die Kassen. Die Parteien und Kandidaten lassen es sich was kosten, die Wähler mit Giveaways zu beschenken – von Gummibärchen, über Fußbälle und Topfpflanzen bis hin zu Zahnbürsten und Kondomen. Hintergrund ist, dass eine positive Stimmung 16.03.2026 Stichwahlkampf in Weiden Weidens Oberbürgermeister Jens Meyer von der SPD hat bei der Kommunalwahl am 8. März einen deutlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Er erhielt 24,4 Prozent der Stimmen. Daher muss er am Sonntag in die Stichwahl gegen Dr.Benjamin Zeitler von der CSU, der am 8. März 42,8 Prozent erhalten hatte. Beide nutzen den Endspurt im Wahlkampf, um die 05.03.2026 Tennishalle der Zukunft Modern und zukunftsorientiert. So präsentiert sich die Tennishalle des Turnerbundes am Hammerweg in Weiden. Die sogenannte OWS-Arena wurde 2024 runderneuert und ist nun computerbasiert. Alle Abläufe in der Halle und der Belegung sind digitalisiert. Und zwar derart perfekt, dass Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring auf eine Stippvisite vorbeikam, um den bayernweiten Vorbildcharakter der KI-gestützten Tennishalle