Eine engere Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg. In der Reithalle Svetce in Tachov unterzeichneten die fünf deutschen Gemeinden, Tirschenreuth, Bärnau, Bad Neualbenreuth, Mähring und Plößberg, sowie sieben tschechische Gemeinden gemeinsam ein Memorandum. Die amtierenden Bürgermeister möchten damit eine langfristige Kooperation etablieren, die über ihre Amtszeit hinaus fortgeführt werden soll. Die Menschen leben dort in einer gemeinsamen Region, so der Bürgermeister von Tachov, Petr Vrana. Eine Vertiefung der Zusammenarbeit sei ihm dabei wichtig, da die Gemeinden der Grenzregion sowohl kulturell, als auch geschichtlich vieles gemeinsam hätten.
Im Vordergrund der Zusammenarbeit stehen die Themen Tourismus, Wirtschaft, Infrastruktur, Bildung, nachbarschaftliche Projekte und Rettungswesen. Durch eine Koordinatorin des Vereins Via Carolina – Goldene Straße, sollen die gemeinsamen Projekte umgesetzt werden. Bereits geplant ist eine Buslinie zwischen Tachov, Bärnau und Tirschenreuth, wie auch die Modernisierung der Straße zwischen Hals und Paulusbrunn nahe der Grenze. Petr Vrana hatte gemeinsam mit seinem Team die verstärkte Zusammenarbeit vorangetrieben und ist dabei auf große Unterstützung durch die anderen Gemeinden getroffen.
Die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg sei gerade in der aktuell unsicheren Welt sehr wichtig, so Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl. Auch Alfred Stier, Bürgermeister von Bärnau ist davon überzeugt, dass diesseits und jenseits der ehemaligen Grenzen die Gemeinsamkeiten erarbeitet werden müssen.
Durch den Geschichtspark in Bärnau besteht bereits eine Städtepartnerschaft zwischen Bärnau und Tachov, die jetzt weiter verstärkt werden soll. Ziel sei es, dass sogenannte Synergieeffekte entstehen. Das heißt, dass keine Projekte auf beiden Seiten der Grenze doppelt umgesetzt werden. Außerdem sind die Gemeinden weiterhin auf der Suche nach Fördermitteln.
Aktuell leiste größtenteils die Gemeinde Tachov ihren Beitrag im gemeinsamen Fond, aus dem die Projekte finanziert werden sollen, so Petr Vrana. In Zukunft sollen sich aber auch die weiteren Gemeinden, die das Memorandum unterzeichnet haben, weiter in den Fond einbinden.
Die Zusammenarbeit in zwei verschiedenen Sprachen hat aber auch ihre Herausforderungen. Die tschechische Seite ist dabei noch besser aufgestellt. Neben dem Geschäftsführer des Geschichtsparks soll ein professioneller Simultanübersetzer die Gemeinden bei ihren gemeinsamen Projekten unterstützen.
(hp)