Mi., 15.03.2023 , 15:53 Uhr

Amberg

Urteil: 1 Jahr und 6 Monate auf Bewährung

Der Prozess um ein totes Baby am Landgericht Amberg ist heute zu Ende gegangen. Die Mutter war angeklagt des Totschlags durch Unterlassung. Sie kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Angeklagt war die 30-jährige junge Frau des Totschlags durch Unterlassung. Ihr Mann hatte Anfang März vergangenen Jahres das fast 5 Monate alte Baby so stark misshandelt, dass es am 5. März im Klinikum in Weiden starb. Sie hätte erkennen müssen, dass die Verletzungen lebensbedrohlich waren, habe aber nicht gehandelt.

Das Urteil lautete letztendlich: 1 Jahr 6 Monate auf Bewährung. Die Kammer ging dabei von einer fahrlässigen Tötung durch Unterlassung aus. Die Kammer ist mit dem Urteil nicht von einer vorsätzlichen Tat ausgegangen. Sie ist von einer Fahrlässigkeit und einem Pflichtverstoß ausgegangen. Die Angeklagte hat die für das Baby gefährliche Lage erkannt und hätte entsprechend handeln müssen.

Die beiden Verteidiger Jörg Meyer und Jörg Jendricke hatten zuvor auf Freispruch plädiert. Das, was das Gericht ausgeführt habe, sei nachvollziehbar und gut begründet, so Meyer. Es müsse deshalb sehr genau geprüft werden, ob man mit einer Revision ein anderes Urteil erreicht.

Verteidiger Jörg Jendricke sagte, zufrieden könne man mit dem Urteil nicht sein. Im Hinblick auf die Forderung des Oberstaatsanwalt auf 6 Jahre Gefängnis könne man aber erleichtert sein, dass das Urteil anders ausfiel.

Die Frau mache sich die größten Vorwürfe, so die Verteidiger. Sie werde psychologisch betreut. Eine Zumutung empfanden sie die Tatsache, dass der Mann, der dem Kind die tödlichen Schläge zugeführt hat, nach wie vor frei herumläuft.

(tb)

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