Mi., 01.09.2021 , 16:11 Uhr

VdK-Großveranstaltung: Podiumsdiskussion zur Pflegepolitik

Was muss in der Pflegepolitik alles getan werden und was muss sich ändern? Diese Fragen waren Thema bei der Hybridveranstaltung des VdK Bezirk Oberpfalz.

„Ohne die Familien würde in der Pflege nix laufen“, betont Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, in ihrer Ansprache bei der gestrigen Hybridveranstaltung in Neunburg vorm Wald. Denn die Mehrheit, rund 56 Prozent der 4,1 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werde zuhause von Angehörigen versorgt. Es gebe dringenden Rede- und Handlungsbedarf. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten stand deshalb ein wichtiges Thema im Mittelpunkt: Die Pflegepolitik.

Die VdK fordere unter anderem die Stärkung der ambulanten Pflege und die Einführung einer Pflegevollversicherung. Über diese Forderung unterhielten sich auch die fünf Direktkandidaten der CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen sowie DIE LINKE auf der Bühne. Besonders beim Thema Pflegevollversicherung wurden die verschiedenen Standpunkte deutlich. Während Vertreter der FDP und CSU keine Notwendigkeit in der Einführung einer Pflegevollversicherung sehen, gibt es für Mitglieder der SPD, Die Grünen und Die Linke dringenden Handlungsbedarf.

Wie Peter Aumer, CSU-Bundestagsabgeordneter erklärt, werde durch die Pflegeversicherung bereits ein wichtiger Teil für die Bezahlung der Pflegeleistungen beigesteuert. Statt einer Pflegevollversicherung sei es wichtiger, die Leistungen in der Pflegeversicherung weiter voranzutreiben.

Marianne Schieder, Bundestagsabgeordnete der SPD, hingegen findet die Einführung einer Pflegevollversicherung dringend notwendig. Außerdem müsse die ambulante Pflege gerade in den Bereichen der Tages- und Kurzzeitpflege massiv ausgebaut werden.

Auch Markus Sendelbeck, Direktkandidat für Die Linke, teilte die Ansicht, dass eine Pflegevollversicherung dringend notwendig sei. Er selbst kommt aus dem Pflegebereich und ist der Meinung, dass es der Auftrag des Sozialstaates sei, sich untereinander zu unterstützen. Denn: „Starke Schultern tragen bekanntlich nun einmal mehr als schwache“, so Sendelbeck. Auch wenn die Meinungen der Politiker bei einigen Punkten auseinandergingen, waren sie sich bei einer Sache schlussendlich alle einig: Es gibt beim Thema Pflegepolitik in Deutschland noch einiges zu tun.

(lw)

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