Do., 07.03.2024 , 15:53 Uhr

Hof

Vierter Tag im Prozess um Lenas Tod

Der aufsehenerregende Prozess um das Schicksal der zehnjährigen Lena aus dem Landkreis Tirschenreuth geht zu Ende. Am 20.März soll das Urteil fallen

Plädoyers im Prozess um Lenas Tod

Die Beweisaufnahme ist geschlossen, die Plädoyers sind gesprochen. Wie gestern berichtet, ist die Verhandlung um die Vergewaltigung und den Tod der zehnjähriger Lena vor dem Landgericht in Hof mit den Strafanträgen abgeschlossen worden. Zwischen sechs und 15 Jahren Gefängnis sind für den 26-jährigen Angeklagten Daniel T. gefordert.
Er soll Lena vor einem Jahr als Einbrecher in dem Kinderheim sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Mit dem anschließenden Tod der Zehnjährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth habe er nach eigenen Angaben nichts zu tun.
Auch die Staatsanwaltschaft ging in ihrem Plädoyer davon aus. Sie forderte eine Verurteilung wegen Diebstahls, Einbruchdiebstahls, sexuellen Missbrauchs, schweren sexuellen Missbrauchs, vorsätzlicher Körperverletzung und Vergewaltigung eine Strafe von zehn Jahren Gefängnis.
Ein Zusammenhang mit der Tötung durch den damals elfjährigen Heim-Mitbewohner sei nicht nachzuweisen.
Die Anwältin von Lenas Mutter, Martina Fuchs-Andonie, forderte die die höchstmögliche Ahndung, nämlich 15 Jahre Gefängnis.
Denn das wichtigste sei zum Schutz anderer Kinder, eine Wiederholungsgefahr zu vermeiden. Ähnlich argumentierte auch der Anwalt des heute zwölfjährigen Jungen, der Lena damals erdrosselt hat, nach seinen Angaben auf Anweisung des Angeklagten. Rechtsanwalt Michael Hasslacher forderte „ein gerechtes Urteil“, regte aber an, eine Sicherungsverwahrung unter Vorbehalt zu prüfen. Das heißt, das Verhalten des Angeklagten im Gefängnis genau zu beobachten und bei sexuellen Auffälligkeiten den Angeklagten zusätzlich zur Strafe wegzusperren.
Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt, Maximilian Siller, forderte sechs Jahre Gefängnis für seinen Mandanten. Er betonte, der Mann habe mit der Tötung Lenas nichts zu tun.
Der ansonsten schweigsame Angeklagte hatte heute das Schlusswort dazu genutzt, um sich zu entschuldigen. Er sagte wörtlich: „Es tut mir wirklich leid“
(gb)

2024 Amberg Bayern Christopher Feulner Daniel T. Diana Fritzsche Dr. Lutz Rittmann Elfjähriger gb gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Gerichtsverhandlung Jugendkammer Kinderheim Wunsiedel Landgericht Hof Lena Luhe Martina Fuchs-Andonie Maximilian Siller Michael Hasslacher Mord Wunsiedel Neunter Prozesstag Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Plädoyers Prozess Rechtsanwalt Tirschenreuth Zehnjährige

Das könnte Dich auch interessieren

20.02.2026 Spektakulärer Bandenprozess Unter schweren Sicherheitsvorkehrungen ist heute in Amberg der Prozess gegen eine mutmaßliche Waffen- und Drogenbande eröffnet worden. Angeklagt sind fünf Männer im Alter zwischen 39 und 48 Jahren, die sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben, um an Geld zu kommen. Sie sollen mit Drogen und Kriegs-Waffen gehandelt haben und durch Raub, Einbruch und Diebstahl 06.05.2026 Von der Müllhalde zum Ökoprojekt Mehr Natur, mehr Klimaschutz. Das verspricht sich das Landratsamt Neustadt an der Waldnaab von dem Projekt „Blühende Deponie“. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Umweltministerium soll die ehemalige Mülldeponie Kalkhäusl begrünt werden. Heute fiel der Startschuss. Laut Landratsamt soll im Rahmen des Vorhabens in einem ersten Umsetzungsschritt eine rund 10.938 m² große Grasfläche auf der Deponie 30.04.2026 Ein Fluss kehrt zurück zur Natur Nach sechs Jahre Planungs- und Bauarbeit ist die Renaturierung der Vils bei Vilseck im Ortsteil Gressenwöhr durch das Wasserwirtschaftsamt Weiden nun abgeschlossen. „Mit der ökologischen Umgestaltung des Gewässers wird nicht nur der Lebensraum für Fische, Pflanzen und andere wassergebundene Tiere verbessert, sondern auch zusätzlicher Retentionsraum geschaffen – ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Umsetzung 28.04.2026 Cernys Abschied mit Wehmut Bewegender Moment gestern Abend im Amberger Stadtrat: Oberbürgermeister Michael Cerny beendet die Stadtratsitzung. Seine letzte. Nach zwölf Jahren im Amt scheidet der 61-Jährige aus dem Dienst, bei der Kommunalwahl 2026 hat er nicht mehr für den OB-Posten kandidiert. Als letzte Amtshandlung bei der Stadtratsitzung hat er die elf ausscheidenden Stadträte aus sechs Gruppierungen verabschiedet. Mit