Das sogenannte „Heizungsgesetz“ – offiziell Gebäudeenergiegesetz – das 2023 von Wirtschaftsminister Robert Habeck auf den Weg gebracht wurde, steht vor Änderungen. Union und SPD wollen die Vorgaben lockern. Die bisherige Pflicht, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, soll wegfallen. Bei einem Besuch in Amberg äußerte sich die Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner kritisch zu diesen Plänen. Sie fürchtet eine enorme Kostensteigerung für Mieter, da der neue Plan beinhaltet „Grüngase“ bei zuführen. Diese seien aber wenig verfügbar und sehr teuer.
Amberg bei Wärmeplanung auf Kurs
Die Debatte um das Gesetz ist Teil einer größeren Diskussion zur Wärme- und Energiewende – bundesweit und auch konkret in Amberg.
Laut Martin Malitzke von den Stadtwerken sei die Stadt bei der kommunalen Wärmeplanung bereits weit fortgeschritten. Der gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplan soll voraussichtlich vor Ablauf der Frist im Juni 2028 vorliegen. Herausfordernd bleibt vor allem die Altstadt: wenig Platz, Lärmschutz, hohe Tiefbaukosten – der Netzausbau ist dort besonders aufwendig. Die eine Lösung für Amberg wird es allerdings nicht geben. Es wird von Fernwärme über dezentrale Lösungen zu innovativen Lösungen gehen.
Fernwärme als langfristige Lösung
Langfristig setzt die Stadt in der Altstadt auf Fernwärme. Im Stadtteil Luitpoldhöhe könnte beispielsweise Abwärme der Luitpoldhütte genutzt werden. Ziel ist die Klimaneutralität bis 2045. Optimistisch zeigt sich auch der Amberger Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, Hans-Jürgen Bumes. Franziska Brantner bezeichnete Amberg als Vorreiter bei der Wärme- und Energiewende – zumindest in der Planung. Die eigentliche Umsetzung und die damit verbundenen Herausforderungen stehen allerdings noch bevor.
(kw)