Fr., 19.02.2021 , 16:15 Uhr

Waldmünchen: Jahrelange Tierquälerei beendet

Bereits seit November letzten Jahres ermittelte die Polizeistation Waldmünchen gegen einen im östlichen Bereich des Landkreises Cham wohnhaften 68-jährigen Mann, weil er Tiere ohne Betäubung durch Kehlschnitt getötet und anschließend das Fleisch ohne amtliche Beschau an seine Kunden verkauft haben soll.

Ein Zeuge hatte die Tierquälereien des Mannes mitbekommen und ließ der Polizei Lichtbilder und Videosequenzen der Schächtungen zukommen.
Die Ermittlungen der Polizei, in enger Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Cham, erhärteten den Tatverdacht, dass der Mann an mehreren Örtlichkeiten im Landkreis Cham, aber auch in Tschechien, die illegalen Schächtungen vornahm.

Nachdem die zuständige Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Regensburg, Zweigstelle Straubing, beim Amtsgericht Regensburg einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Beschuldigten beantragt hatte, haben am Donnerstagmorgen Beamte der Polizei Waldmünchen und Mitarbeiter des Veterinäramts Cham die Wohnung des 68-Jährigen durchsucht.

In der Wohnung des Mannes konnten Beweismittel in Form von Schlachtutensilien und Schaffleisch festgestellt werden.
In der anschließenden Vernehmung räumte der Mann ein, in den vergangenen vier Jahren rund zehn Ziegen und Schafe im Bereich Waldmünchen bzw. Furth im Wald und etwa zehn weitere Tiere in Tschechien ohne vorherige Betäubung durch einen Kehlschnitt getötet zu haben.

Die zerlegten Tiere führte er ohne amtliche Fleischbeschau nach Deutschland ein und lieferte sie an Dritte aus, berichtet die Polizeistation Waldmünchen.

Das Motiv des Täters ist nach seiner Aussage in seinem Glauben begründet: Er ist bekennender Muslim und er dürfe nur sogenanntes reines Fleisch essen, welches ohne vorherige Betäubung getötet worden ist. Das Tier müsse ausschließlich durch einen Kehlschnitt zum vollständigen Ausbluten und somit zu Tode gebracht werden. Er habe nicht gewusst, dass diese Art der Tötung in Deutschland ohne Genehmigung verboten sei.

Sogenanntes „Halal-Fleisch“ ist bei weitem teurer, als in Deutschland rechtskonformes geschlachtetes Fleisch. Deshalb sei die Nachfrage auf dem Schwarzmarkt groß, so die Polizeistation Waldmünchen.

Der Tatverdächtige muss sich nun wegen einer ganzen Reihe von Vergehen gegen das Tierschutzgesetz bzw. Lebensmittelgesetzbuch und zudem wegen mehrerer Ordnungswidrigkeiten gegen die Tierische Lebensmittelhygieneverordnung verantworten.

Gegen weitere Menschen, hauptsächlich Schaf- und Ziegenzüchter, wurden Verfahren wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet, weil sie dem Hauptbeschuldigten die Tiere ohne gesetzeskonforme Dokumentation verkauften und zudem teilweise Räumlichkeiten für seine illegalen Schlachtungen zur Verfügung stellten.

(vl)

Betäubung Blaulicht Halal-Fleisch illegal Kehlschnitt Muslim Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Polizeistation Waldmünchen Schächtung Schafe Schlachten Schwarzmarkt Tierquälerei Waldmünchen Ziegen

Das könnte Dich auch interessieren

28.07.2026 Vier Einbrüche im Raum Mitterteich und Konnersreuth – Kriminalpolizei sucht Zeugen In der Nacht zum Samstag, 25. Juli, verschafften sich bislang unbekannte Täter gewaltsam Zutritt zur Sommerrodelbahn in Großbüchlberg. Die Tat ereignete sich zwischen 00:50 Uhr und 01:05 Uhr. Die Täter sollen einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag an Bargeld entwendet haben. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf einen mittleren vierstelligen Eurobetrag. Zwischen 01:20 Uhr und 01:35 Uhr 27.07.2026 Millionenschaden nach Brand in Weiherhammer Ein Brand in der Lagerhalle eines Entsorgungsunternehmens im Gewerbegebiet Weberschlag in Weiherhammer hat am Freitagnachmittag einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht. Ein Mitarbeiter erlitt eine Rauchgasvergiftung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Rund 240 Feuerwehrleute waren mit 40 Fahrzeugen im Einsatz und konnten das Feuer nach gut einer Stunde unter Kontrolle bringen. Die Nachlöscharbeiten 24.07.2026 Nach tödlichem Messerangriff in Regensburg: Polizei klärt über Ermittlungsstand auf Der 20-jährige Tatverdächtige soll gegen 14:50 Uhr mit einem Messer die Bankfiliale am Rennplatz betreten haben und einem Mitarbeiter einen Zettel gegeben haben. Darauf habe etwas von einem Überfall gestanden. Kurz darauf verletzte der Tatverdächtige den Bankmitarbeiter aus bisher ungeklärten Gründen schwer, sodass dieser später im Krankenhaus verstarb. Der Tatverdächtige zog sich daraufhin in den 07.07.2026 Zeugenaufruf: Unfallflucht in Auerbach Im Zeitraum vom 06.07.2026, 19:00 Uhr bis 07.07.2026, 09:00 Uhr, wurde der Gartenzaun mitsamt Gartensäule an der Adresse, Obere Vorstadt 42, in Auerbach beschädigt. Der verursachte Sachschaden wird auf etwa 500 Euro geschätzt. Der Verursacher entfernte sich unerlaubt vom Unfallort, ohne die Polizei zu informieren. Vor Ort verblieben Splitterteile des Fahrzeugs, weshalb davon auszugehen ist,