Fr., 18.06.2021 , 15:03 Uhr

Weiden: 3. Verhandlungstag im Flutkanalprozess

Haben Zeugen Schwimmgeräusche am Weidener Flutkanal gehört oder nicht? Dieser Frage ist das Gericht heute im sogenannten Flutkanalprozess nachgegangen.

Im Flutkanalprozess am Weidener Landgericht sind heute zahlreiche Zeugen vernommen worden, die am 11. September vergangenen Jahres gegen 22:25 Uhr am Flutkanal in der Friedrich-Ebert-Straße vorbeigekommen sind. Es war ungefähr der Zeitpunkt, als ein junger Mann in den Flutkanal gestürzt und ertrunken ist.

Drei seiner Freunde filmten das Fallen in den Flutkanal und fuhren anschließend nach Hause ohne zu helfen. Die Frage ist jetzt, ob der junge Mann noch Schwimmbewegungen gemacht hat oder nicht. Wenn ja, dann hätten seine Freunde davon ausgehen können, dass er sich selbst retten kann. Ein Freispruch wäre dann im Bereich des Möglichen. Im Moment lautet der Vorwurf noch „Totschlag durch Unterlassen“, was eine unterlassene Hilfeleistung ist. Schon allein deshalb wurden die Zeugen heute immer wieder nach den Wassergeräuschen gefragt. Die Frage war, ob sie Schwimmgeräusche wahrnahmen oder eben nicht.

Die Zeugenaussagen ergaben ein diffuses Bild. Gutachter Prof. Betz hatte bereits am Donnerstagnachmittag gesagt, dass der Mann aufgrund seines Alkoholgehalts im Blut und aufgrund festgestellter Drogen dazu nicht mehr in der Lage gewesen sei. Drogen übrigens, die ihm wahrscheinlich unwissentlich eingeflößt worden sind. Der junge Mann war Diabetiker und hatte deshalb vorher wohl von selbst keine Drogen genommen.

Der Prozess bleibt also spannend. Am Montag ist unter anderem die Freundin des ertrunkenen Mannes geladen.

(tb)

3. Prozesstag Angeklagte Dr. Burkhard Schulze Flutkanal Flutkanalprozess Justiz Kriminalität Landgericht Weiden Matthias Bauer Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Rouven Colbatz Tobias Konze Weiden

Das könnte Dich auch interessieren

29.04.2026 Landgericht Weiden: War es versuchter Mord? Die Verletzung wäre tödlich gewesen, wenn keine schnelle Hilfe gekommen wäre, so die geladene Sachverständige heute am Gericht. Es sei Blut im Blutbeutel gewesen, die Herzklappe sei undicht gewesen und zudem sei die Herzkranzschlagader nur knapp verfehlt worden. Die Frage, die es zu klären gilt, ist die, ob es tatsächlich versuchter Mord und versuchter Totschlag 23.04.2026 Prozessbeginn: Versuchter Mord bei Jugendfreizeit Während eines Jugendwochenendes von Kolping Dingolfing bei Pressath hätte es im vergangenen Sommer fast einen Toten gegeben. Das männliche Opfer war nach einer Messerattacke eine Viertelstunde lang wiederbelebt worden. Es überlebte nur durch eine Notoperation am Herzen. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit der damaligen Freundin des Angeklagten. Ein Jugendlicher schritt ein und erhielt daraufhin 13.01.2026 Prozess um Gasexplosion: Aus Sicherungsverfahren wurde Strafverfahren Da ein 54-jähriger Mann sein zwangsversteigertes Haus in Waldershof mittels einer Gasexplosion Anfang März vergangenen Jahres in die Luft jagen wollte, erhielt er am heutigen Dienstagnachmittag 2 Jahre 8 Monate. Laut Verteidiger Rouven Colbatz kommt er damit sofort von der psychiatrischen Klinik in Regensburg in eine Entziehungsanstalt, weil er ein massives Alkoholproblem habe. Das Blatt 05.12.2025 Giftiger Champagner: Prozess startet in Weiden Der Angeklagte soll laut Anklageschrift als Lagerist für ein Drogenkartell tätig gewesen sein. Die vergifteten Champagnerflaschen waren demnach in einem Lagerkomplex im niederländischen Arnheim in einer verschlossenen Box, sind dort gestohlen und über das Internet verkauft worden. Eine dieser Flaschen landete im La Vita in Weiden. Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht sehr eloquent und