Do., 04.03.2021 , 15:53 Uhr

Weiden: Prozess gegen mutmaßliche Schleuser

Prozessbeginn in Weiden: Zwei Männer werden des bandenmäßigen Enschleusens in sechs Fällen beschuldigt

Seit heute müssen sich zwei Männer im Alter von 31 und 40 Jahren vor dem Landgericht Weiden verantworten. Ihnen wird gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern in sechs Fällen vorgeworfen.

Im Zeitraum vom 12. Januar 2018 und 16. Februar 2018 sollen sie bei sechs Fahrten 131 Ausländer nach Deutschland geschleust haben. Diese bezahlten laut Anklageschrift zwischen 2.000 und 20.000 Euro pro Person für den Transport aus den Ursprungsländern nach Deutschland.

Prozess mehrmals unterbrochen

Der Prozess wurde bereits am Vormittag mehrmals unterbrochen. Zuerst wurde ein Antrag von Rechtsanwalt Zenger abgelehnt. Dieser wollte als Pflichtverteidiger beim Prozess dabei sein – neben der Verteidigerin Jessica Friedrich aus Mainz. Und schließlich wurde noch ein Rechtsgespräch beantragt.

Das Rechtsgespräch brachte erst einmal kein Ergebnis. Stattdessen wurde von den Verteidigern ein Aussetzungsantrag des Hauptverfahrens gestellt. Es sollte gegenseitige Akteneinsicht bei den zwei Angeklagten gewährt werden, so Verteidigerin Jessica Friedrich. Die beiden Angeklagten haben sich vielleicht gegenseitig beschuldigt. Deshalb wolle sie Einsicht in die Akten des Angeklagten Ayaz G.. Ihrem Aussetzungsantrag wurde zwar nicht zugestimmt, doch vorsichtshalber wird zum Einlesen in die Akten die Verhandlung nicht am morgigen Freitag, sondern erst am 16. März fortgesetzt.

Der 2. Aussetzungsantrag wurde ebenfalls abgelehnt. Ayaz G. sei die Anklageschrift in norwegischer Sprache zugeschickt worden und nicht in seiner Muttersprache, so Verteidiger Matthias Haberl. Dieser habe sich das aber so gewünscht, so Staatsanwalt Dr. Marco Hess. Da außerdem herauskam, dass der Angeklagte eh nicht lesen kann, wurde auch dieser Antrag abgelehnt. (tb)

Justiz Kriminalität Landgericht Weiden Matthias Bauer Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Prozess Schleuserprozess Schleusung

Das könnte Dich auch interessieren

23.06.2026 Testamentenfälschung: Prozess endet mit einer Überraschung Am Landgericht Weiden ist am frühen Montagabend der Prozess gegen einen mutmaßlichen Testamentenfälscher zu Ende gegangen. Der Prozess endete anders als erwartet: Er wurde nämlich ausgesetzt. Das bedeutet, dass der komplette Prozess zu einem späteren Zeitpunkt neu aufgerollt werden muss. Nach der Verlesung des 45. Beweisantrags des Wahlverteidigers Adam Zurawel stellte Pflichtverteidiger Dominic Kriegel einen 09.06.2026 Mutmaßliche Testamentenfälschung: Verteidiger stellt Befangenheitsantrag Es seien alle Zeugen befragt worden, weshalb beim Angeklagten keine Verdunkelungsgefahr mehr bestehe, so Verteidiger Adam Zurawel. Verdunkelungsgefahr besteht beispielsweise dann, wenn der Beschuldigte Einfluss auf Zeugen nimmt. Die Kammer des Landgerichts Weiden sah dies im April gegeben, sodass sofort ein Haftbefehl erwirkt worden war. Zurawel ist der Ansicht, dass sein Mandant jetzt aber sofort 29.04.2026 Landgericht Weiden: War es versuchter Mord? Die Verletzung wäre tödlich gewesen, wenn keine schnelle Hilfe gekommen wäre, so die geladene Sachverständige heute am Gericht. Es sei Blut im Blutbeutel gewesen, die Herzklappe sei undicht gewesen und zudem sei die Herzkranzschlagader nur knapp verfehlt worden. Die Frage, die es zu klären gilt, ist die, ob es tatsächlich versuchter Mord und versuchter Totschlag 23.04.2026 Prozessbeginn: Versuchter Mord bei Jugendfreizeit Während eines Jugendwochenendes von Kolping Dingolfing bei Pressath hätte es im vergangenen Sommer fast einen Toten gegeben. Das männliche Opfer war nach einer Messerattacke eine Viertelstunde lang wiederbelebt worden. Es überlebte nur durch eine Notoperation am Herzen. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit der damaligen Freundin des Angeklagten. Ein Jugendlicher schritt ein und erhielt daraufhin