Michael Heldrich ist nicht nur in Edelsfeld bekannt – im nordwestlichen Landkreis Amberg-Sulzbach gilt er nahezu als „Unikat“. Mit viel Leidenschaft führt der 61-Jährige den Getränkemarkt seiner Familienbrauerei – und nimmt sich lieber Zeit für Gespräche mit seinen Kunden, als stur nach der Warteschlange zu bedienen. Die Brauerei übernahm er 1991 von seinem Vater. Eigentlich hatte er andere Pläne. Doch als sein Vater an Krebs erkrankte, übernahm er Verantwortung für den Familienbetrieb. Weil er sein Leben ganz der Brauerei widmete, blieb er unverheiratet und ging lange davon aus, dass der Betrieb mit ihm enden würde.
Eine Begegnung verändert alles
Durch Zufall lernte Heldrich den Brauer Markus Eismann aus Neustadt an der Waldnaab kennen. Bei einem langen Gespräch im Getränkemarkt entstand die Idee einer Nachfolge – zunächst eher beiläufig. „Da haben wir hald geredet und wie er weg war hab ich ihn wieder vergessen“, so Heldrich über die erste Begegnung. Am Ende hat sich alles zum Guten gewendet: Eismann hat nicht locker gelassen, und sich erneut gemeldet. Bald schon hat er angefangen, dort zu arbeiten.
Vom Kunden zum Nachfolger
Heute lebt Markus Eismann in Edelsfeld und wird als künftiger Betreiber der Brauerei eingearbeitet. Damit er den Betrieb übernehmen kann, plant Michael Heldrich sogar, ihn zu adoptieren. Aus der ungewöhnlichen Nachfolgeregelung ist längst eine Art „Vater-Sohn-Beziehung“ geworden – unterschiedliche Ansichten gehören dabei dazu.
Tradition bewahren, Zukunft gestalten
In der Brauerei besteht großer Sanierungsbedarf, denn viele Anlagen stammen noch aus den 1960er-Jahren oder sind sogar älter. Markus Eismann möchte den Betrieb jedoch nicht komplett modernisieren, sondern den besonderen Charme erhalten und Schritt für Schritt renovieren. Auch wenn die Nachfolge geregelt ist, wird Michael Heldrich seiner Brauerei noch erhalten bleiben. Seinen beliebten Getränkemarkt möchte er vorerst weiterführen – und sich dort auch künftig Zeit für Gespräche mit seinen Kunden nehmen.
(kw)