Gesunde Zähne sind wichtig. Nicht nur für uns Menschen. Auch in der Tierwelt. Dort regelt die Zahnpflege aber die Natur. Beispielsweise durch das Erlegen und Abnagen von Beutetieren. Bei unseren Haustieren kann das aber zu kurz kommen.
Die Folge bei kann dann hartnäckiger Zahnstein sein, der sich laut Tierärztin Elisabeth Hötter zwischen den Zahn und den knöchernen Bestandteil vom Zahnfach schiebe. Dadurch könnten sich die Zähne lockern und Bakterien Zugang bieten, was zu Eiterungen und Entzündungen führen könne. Bis die Zähne schließlich ausfallen, so Hötter. In der freien Natur hätten diese Hunde und Katzen dann keine Überlebenschance. Deshalb brauche es Zahnpflege auch bei Haustieren, meint die Tierärztin.
Eine Firma, die solche Zahnpflegeprodukte für Tiere herstellt und entwickelt ist das Unternehmen Q-Pet aus Kümmersbruck. Auf die Idee dazu kam Anke Nagler durch ihre Arbeit als Mikrobiologin. 2017 gründete sie dann ihr Unternehmen. Die breite Produktpalette von Leckerlis, über Kaustangen bis hin zu Zahnputzflocken und Zahnputzkohle soll die Vermehrung von Bakterien im Maul der Tiere mit Peptiden, das sind Bausteinen von Milchproteinen, unterbinden. Dadurch solle die Zahnsteinbildung unterbunden werden, so Anke Nagler.
Laut Tierärztin Elisabeth Hötter können solche Zahnpflegeprodukte den PH-Wert vom Speichel verbessern, sodass sich der Zahnstein nicht mehr so leicht anlagern könne. Vorhandener Zahnstein müsse aber mechanisch oder mit Ultraschall entfernt werden. Zahnpflegefutter helfe also nicht gegen vorhandenen Zahnstein, so Hötter.
Inzwischen ist Anke Nagler mit ihren Produkten weltweit erfolgreich. Das Unternehmen verkaufe mittlerweile in rund 30 Ländern, so Geschäftsführer Christoph Nagler. Nun möchte Q-Pet sich erweitern. In diesem Jahr hat das Unternehmen schon die Produktion und das Marketing weiter ausgebaut. Auch Zahnpflegeprodukte für Pferde stellt Q-Pet bereits her. Im kommenden Jahr wolle die Firma mehr Büroflächen und Arbeitsplätze schaffen, um Social Media Content und Grafiken bearbeiten zu können, so Geschäftsführer Christoph Nagler.
(km)