Ja, bei der Podiumsdiskussion im Ringtheater Amberg, veranstaltet von Oberpfalz-Medien, herrschte zwischen sechs der sieben Oberbürgermeisterkandidaten – nur die Linke fehlte – erstaunlich viel inhaltliche Übereinstimmung. Beispiel Klinikum St. Marien. Hier waren sich alle einig: Es muss mit dem Landkreis Amberg-Sulzbach gesprochen werden – über Synergien mit dem Krankenhaus in Sulzbach. Doppelstrukturen seien wirtschaftlich nicht mehr akzeptabel.
Die rund 250 Zuhörer im Saal mussten also schon genau hinhören, um Unterschiede auszumachen. Beispiel Bergwirtschaft: Hier geht nichts vorwärts, weil eine Einigung mit dem Landesamt für Denkmalpflege fehlt. Für Birgit Fruth von der SPD auch eine Verfehlung der bisherigen Politik. Ein Jahr lang sei nicht mit der zuständigen Behörde gesprochen worden. Auch für Tuncer Ayten von Amberger Bunt ist der Zustand nicht hinnehmbar und will eine Lösung, bevor auch der Bauzaun um die Bergwirtschaft denkmalwürdig sei. Dazu brauche es neue Gesichter.
Klar ist allen Beteiligten aber auch: Die Stadt Amberg ist weder Eigentümer, noch Investor oder Betreiber. Und hat daher nur beschränkt Einflussmöglichkeiten. Franz Badura von der ÖDP will sich für eine Zwischenlösung stark machen – mit einem kleinen Imbissstand.
Junge Menschen und 1000-Jahr-Feier
Ein weiteres Hauptthema: Wohnen und Arbeiten. Besonders bei den Gewerbeflächen gehen die Meinungen auseinander. Hans-Jürgen Bumes, gemeinsamer OB-Kandidat der Grünen und der Liste Amberg, spricht sich gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets Kamersölden aus. Stefan Ott von der CSU kontert: Immer mehr Firmen wandern ab, weil sie sich in Amberg aufgrund mangelnder Gewerbeflächen nicht erweitern können. Birgit Fruth von der SPD kritisiert, dass Amberg aber auch selber Fehler gemacht habe. Etwa, dass die Stadt sich nicht am Gewerbegebiet in Ursensollen beteiligt habe.
Auch über Ideen für die jungen Menschen in Amberg wurde diskutiert. Vorschlag von Bumes: Neue Proberäume für die Kulturszene in Amberg – am besten in der früheren Leopoldkaserne.
Die Kandidaten sollten auch einen Ausblick auf 2032 werfen – was wäre dann, wenn sie sechs Jahre Oberbürgermeister gewesen wären? Stefan Ott würde gern die Landesgartenschau zur 1000-Jahr-Feier an Land ziehen, Birgit Fruth einen Stadtstrand mit Bademöglichkeit in der Vils an der Kräuterwiese schaffen. Und nach einer Legislaturperiode von Michael Fritz von den Freien Wählen sähe es 2032 so aus: die Bürokratie wäre abgebaut, auf dem Bürgerspitalgelände wäre gebaut und die Tiefgarage sei da, wo sie jetzt ist.
Die Oberbürgermeisterwahl, sie ist nicht nur eine inhaltliche Wahl, sondern vor allem eine Persönlichkeitswahl. Die Zuhörer haben sich nun einen Eindruck gemacht, wem sie die Führung der Stadt am ehesten zutrauen.
(mz)