Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem in einem umfassenden Verbesserungsprogramm, das GRAMMER seit einiger Zeit umsetzt. Dieses Programm trägt den Namen „Top 10“ und soll das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähiger machen. Dazu gehören unter anderem effizientere Abläufe, geringere Verwaltungskosten, die Anpassung von Kapazitäten in Europa und Amerika sowie der Ausbau des Standorts in Niš in Serbien. Außerdem hat sich GRAMMER in der Region Amerika stärker auf sein Kerngeschäft konzentriert und sich von Bereichen getrennt, die nicht mehr zur strategischen Ausrichtung passen.
Der Vorstand betont, dass diese Maßnahmen nun klar Wirkung zeigen. Entscheidungswege wurden verkürzt, die Organisation verschlankt und die Kostenstruktur nachhaltig verbessert. Dadurch ist GRAMMER heute widerstandsfähiger als noch vor einem Jahr, obwohl die Nachfrage in wichtigen Märkten weiterhin schwankt.
Die Geschäftsentwicklung verlief regional sehr unterschiedlich. In Europa, der wichtigsten Region für GRAMMER, konnte der Umsatz leicht gesteigert werden. Besonders die Integration der JAI‑Gruppe und die Kostensenkungen führten zu einem deutlich höheren operativen Ergebnis. In Asien ging der Umsatz dagegen zurück, vor allem weil westliche Autohersteller in China Marktanteile verloren. Der Bereich Nutzfahrzeuge entwickelte sich dort jedoch stabil. In Amerika fiel der Umsatz deutlich, da mehrere Fahrzeugmodelle ausliefen und weniger Bestellungen eingingen. Neue Projekte verursachten zusätzliche Anlaufkosten, sodass das Ergebnis in dieser Region weiterhin negativ blieb.
Für das Jahr 2026 rechnet GRAMMER mit einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld. Die Nachfrage in der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie dürfte je nach Region unterschiedlich ausfallen und bleibt von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten beeinflusst. Dennoch erwartet das Unternehmen einen leicht steigenden Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro und ein weiteres Plus beim operativen Ergebnis. Wachstumsmöglichkeiten sieht GRAMMER vor allem im chinesischen Automobilmarkt und in Amerika durch neue Projekte.
Für das Jahr 2028 hat das Unternehmen eine neue Mittelfristplanung vorgelegt. Bis dahin soll der Umsatz auf rund 2,5 Milliarden Euro steigen, und die operative Gewinnmarge soll über fünf Prozent liegen. Die bereits erreichten strukturellen Verbesserungen bilden dafür die Grundlage.
(lb)