Tirschenreuth: Niedrigste Inzidenz Bayerns

Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 68,0 (RKI) weist der Landkreis Tirschenreuth – über Monate hinweg eines der Pandemie-Sorgenkinder im Freistaat – heute den geringsten Wert in ganz Bayern auf. Regierungspräsident Axel Bartelt mahnt dennoch weiterhin zur Vorsicht.

„Eine positive und bemerkenswerte Entwicklung, die wir schon seit einigen Tagen feststellen können und die uns vorsichtig hoffnungsvoll stimmt. Aber auch eine Entwicklung, die wir weiter genau im Auge behalten müssen. Denn die Lage unterscheidet sich deutlich von der Situation in weiten Gebieten im Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland, wo wir immer noch ansteigende Inzidenzwerte beobachten müssen“, so Bartelt.

Für die aktuell erfreuliche Situation mit ausschlaggebend sein könnte, so Bartelt, der gute Verlauf der Impfungen: Mit über 18.000 Erstimpfungen und einer Impfquote von über 25 Prozent Erstimpfungen liegt der Landkreis Tirschenreuth deutlich über dem bayerischen Durchschnitt. „Wir können feststellen: Der von der Staatsregierung angekündigte Impfturbo ist in den Grenzlandkreisen angekommen, im Landkreis Tirschenreuth ist bereits jeder Vierte geimpft!“, betont Bartelt. Bei den Zweitimpfungen liegt die Quote derzeit bei über 8 Prozent.

Mit seit gut zwei Monaten anhaltend durchschnittlich rund 5.000 Tests pro Woche, ist auch die Zahl der Testungen im Landkreis Tirschenreuth erfreulich hoch. Bemerkenswert: Die Zahl der positiv Getesteten sank spürbar von über 3 Prozent (Kalenderwoche 7) auf 1,4 Prozent (Kalenderwoche 14). „Auch hier sind bei fast gleichbleibender Anzahl an Testungen die nachgewiesenen Neuinfektionen deutlich rückläufig, was den positiven Trend in Tirschenreuth untermauert“, so Bartelt.

Dass der Landkreis Tirschenreuth etwas aufatmen kann, sei sicher auch der deutlichen Entspannung der Lage in den tschechischen Nachbarregionen zu verdanken. Die 7-Tage-Inzidenz ist in den vergangenen Wochen, insbesondere in Westböhmen, massiv zurückgegangen, im Kreis Tachov fiel sie von einem Wert von über 1.800 (Anfang März) auf aktuell knapp 100, beim direkten Nachbarn zu Tirschenreuth, dem Kreis Cheb, von weit über 1.000 auf 48 (Stand: 16.04.2021). „Die Gefahr, dass das Virus, insbesondere die britische Variante, weiter eingetragen wird, ist damit deutlich reduziert“, so Bartelt.

Die Entwicklung in Tirschenreuth ist ein Hoffnungsschimmer, der uns Mut machen sollte, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, das heißt: Achtsamkeit, Testen und Impfen! Ich wünsche der gesamten Oberpfalz, dass sich diese erfreuliche Entwicklung auch insgesamt fortsetzt.

Axel Bartelt, Regierungspräsident Oberpfalz

Die Hoffnung, dass die dritte Welle der Corona-Pandemie im Landkreis Tirschenreuth auch weiterhin abflacht, wird zudem getragen von dem in dieser Woche veröffentlichten ersten Zwischenfazit einer Studie zur COVID-19-Immunität. Diese legt einen hohen Anteil an in der ersten Welle (Frühjahr bis Herbst 2020) nicht erkannten Infektionen dar. „Es ist deshalb davon auszugehen, dass im Landkreis Tirschenreuth die Dunkelziffer derer, die bereits mit dem Virus infiziert waren, sehr hoch ist und viele die Infektion bereits hinter sich haben“, so Bartelt.

Eines hätten die Tirschenreuther in den äußerst schwierigen, vergangenen Wochen und Monaten sicher gelernt: Achtsamkeit und Vorsicht. „Die Tirschenreuther haben im vergangenen Jahr sehr schwere Zeiten durchmachen müssen, sie haben die Lehren daraus gezogen und gelernt, dass die Bedrohung durch die Corona-Pandemie ernstgenommen werden muss.“

(vl)