Amberg: Kunstverein A.K.T. initiiert Aktion „Fensterkunst“

Dass auf manchen Kunstwerken Klopapierrollen zu sehen sind, sei reiner Zufall, versichert uns der Amberger Kunstverein A.K.T. Diese Werke seien im vergangenen Jahr schon entstanden – doch nun passen sie erstaunlich gut in die Zeit. Die Corona-Zwangspause für Künstler wird immer länger – auch für die Künstler aus Amberg. Waren die ersten Wochen von einem Gefühl der Paralyse geprägt, kribbelt es nun in den Fingern der Kulturschaffenden, wieder loszulegen, so Kulturreferent Dr. Fabian Kern. Momentan stehe deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie wieder kulturelle Veranstaltungen möglich sein können.

Der Amberger Kunstverein hat sich nun etwas einfallen lassen und die Aktion „Fensterkunst“ in der alten Feuerwache gestartet. In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat und dem Stadtmuseum werden nun Kunstwerke durch die Fensterscheibe präsentiert. Im Vorfeld hatte der Verein einen offenen Aufruf an Amberger Künstler gerichtet. Wer sich zuerst meldete, war dabei. Werke von 12 Künstlern sind nun zu sehen. Auch Poster mit QR-Codes will der Verein noch aufstellen. Sie sollen zu Online-Videos leiten, in welchen die Künstler etwas zu ihren Werken erzählen.

Die Zeit des Stillstandes überstehe jeder Künstler unterschiedlich gut, so Vereinsvorsitzender Marcus Trepesch. Doch leicht hätten es Kulturschaffende momentan alle nicht. „Der Staat tut hier schon, was er kann“, ist Trepesch überzeugt. Er sieht jedoch in der Dauer der Antragsbearbeitung ein Problem.

Das Amberger Kulturamt will die örtliche Kulturszene aktiv unterstützen – mit einem Projekt namens „Trotzdem“. Örtliche Künstler können dabei in einem zwölfminütigen Video sich und ihre Leidenschaft vorstellen. Diese werden auf einer Webseite veröffentlicht, die kommende Woche online gehen soll, so der Dr. Fabian Kern. Die Künstler werden dann auch extern buchbar sein, beispielsweise für kleine „Konzerte im Hinterhof“.

Aktuell warte man jedoch in erster Linie auf Ansagen, wie es im Sommer und Herbst mit kulturellen Veranstaltungen weiter gehen wird – in welcher Form zum Beispiel Open-Air Veranstaltungen möglich sein werden. Mit Spannung wird deshalb der angekündigte Konzeptvorschlag der Kulturminister erwartet, der nächste Woche bekannt gegeben werden soll.

(az)