Amberg: Strategiegespräch zum US-Truppenabzug – Schwartz lädt zur Diskussion

Als vor einigen Wochen die Entscheidung des US-Präsidenten zum anteiligen Truppenabzug aus Deutschland bekannt wurde, wurde schnell klar, dass auch die Region Amberg-Sulzbach erheblich davon betroffen sein würde. Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwartz hat daher nun die Mandats- und Funktionsträger der Region zu einem Strategiegespräch eingeladen. Dabei wurde die Ausgangslage und der weitere Umgang mit der Situation diskutiert.

An der von Schwartz organisierten Diskussion nahmen neben Bundestagsabgeordneten Alois Karl und Oberbürgermeister Michael Cerny auch zahlreiche Bürgermeister oder deren Stellvertreter für nahezu alle Gemeinden des Landkreises teil. „Die große Resonanz freut mich sehr und zeigt, wie wichtig der Umgang mit diesem Sachverhalt und der parteiübergreifende Zusammenhalt hier ist“, so Schwartz zu Beginn der Veranstaltung. „Das ist eine Herausforderung nicht nur für einzelne Gemeinden, sondern für die gesamte Region.“

600-650 Millionen Wirtschaftskraft
Die US-Truppen in Amberg-Sulzbach sind dabei ein großer wirtschaftlicher Faktor, wie Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl zu berichten wusste. Mit einer geschätzten Wirtschaftskraft von 600 bis 650 Millionen Euro hingen viele Wirtschaftszweige und Arbeitsplätze direkt oder indirekt an den stationierten US-Truppen.

Zeitplan und Umsetzung noch unklar
In den USA findet im November die Präsidentenwahl statt. Daher sind Zeitplan des Abzugs und die tatsächliche Umsetzung noch nicht endgültig geklärt. Unabhängig davon müsse man sich aber mit dem Thema befassen, so die einhellige Meinung der Diskussionsrunde.

Bundeseinrichtungen wohl nur bedingt Ersatzlösung
Bundestagsabgeordneter Alois Karl sicherte seinerseits die Unterstützung bei der möglichen Konversion der Areale zu. „Ziel muss es sein, die Konversion aktiv zu begleiten. Eine Ansiedelung der Bundeswehr oder neuer Bundesämter dürfte sich schwierig gestalten. Wir sollten aber auf jeden Fall die Nutzung der Leopoldkaserne durch den Zoll weiter forcieren“, so Karl.

Koordinierung gemeinsam mit den Kommunen
Mögliche bayerische Ausgleichsmaßnahmen sollten gemeinsam mit den örtlichen Kommunen koordiniert werden. Hier bot Schwartz an, als Anlaufstelle zur Verfügung zu stehen und die Abstimmung auch über ihn durchzuführen. Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß dankte Schwartz für das Treffen und bezeichnete das gemeinsame Vorgehen als sinnvoll und wichtig.

Fördermöglichkeiten und Sonderwirtschaftszone?
Ambergers Oberbürgermeister Michael Cerny warf dabei die Frage nach Kompensationsmöglichkeiten auf. Aus seiner Sicht sollte versucht werden, Fördermittel für die gesamte Region durch Land und Bund zu schaffen. Außerdem brachte er in die Diskussion ein, ob nicht eine Sonderförderzone auf EU-Ebene errichtet werden könne.

(Bildquelle: Patrick Fröhlich)

(vl)