35 Grad im Schatten, schwere Ausrüstung und sieben Tage hartes Programm: Für 13 Soldatenteams der US-Army ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr derzeit Schauplatz eines anspruchsvollen Wettkampfs. Bei der Best Squad Competition treten die besten Trupps der Army aus Europa und Afrika gegeneinander an – mit dem Ziel, sich für das weltweite Finale in den USA zu qualifizieren.
Eine Woche lang müssen die Teams zeigen, was sie können. Gefragt sind nicht nur körperliche Fitness und Ausdauer, sondern auch taktisches Geschick, medizinische Fähigkeiten und vor allem Teamarbeit. Denn am Ende zählt nicht der einzelne Soldat, sondern wie gut eine Einheit gemeinsam funktioniert. Durch Wettkämpfe wie diesen werden die Trupps zu Höchstleistungen motiviert, erklärt der Leiter der Competition, Command Sergeant Major Carl Moranski. Die Soldaten würden ihre Stärken und Schwächen erkennen, und an beiden entsprechend weiterarbeiten.
Voller Einsatz trotz gefährlicher Hitze
Die Belastung ist dieses Mal in Grafenwöhr enorm. Trotz Temperaturen von mehr als 35 Grad absolvieren die Soldaten ihre Aufgaben in voller Ausrüstung. Einige sind bereits mit Hitzekollaps und anderen Verletzungen ausgefallen. Manche kehren nach einem Krankenhausaufhalt in Weiden sogar zurück zu ihren Squads im Feld – schließlich gehört auch der Umgang mit schwierigen Bedingungen zum Alltag eines Soldaten.
Die Teams müssen sich am Schießstand, bei Gepäckmärschen oder Ausdauerläufen beweisen. Auch simulierte Einsätze stehen auf dem Programm. Während 12 der 13 Squads einen Operationsstützpunkt in einem Waldstück des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr errichten, bekommt immer ein Squad nach dem anderen eine besondere Mission: Die Soldaten müssen einen verwundeten Kameraden aus einem unübersichtlichen Gelände bergen. Dieses Mal ist das Mike Squad an der Reihe.
Eine Mission mit Hinterhalt
Mit Karte und Kompass navigieren sie durch den Wald, suchen einen Dummy, leisten Erste Hilfe und bringen ihn zu einem Sammelpunkt. Doch die Aufgabe endet nicht dort. Die Schiedsrichter haben eine zusätzliche Herausforderung vorbereitet: Ein kleines Team, das feindliche Kräfte darstellt, wartet versteckt im Gelände.
Plötzlich wird aus der Rettungsmission ein Gefechtsszenario. Das Mike Squad muss auf den Hinterhalt reagieren, das Feuer erwidern und gleichzeitig die Versorgung eines weiteren Verwundeten sicherstellen. Jede Entscheidung, jede Bewegung und jeder Handgriff wird von den Schiedsrichtern genau bewertet.
Keine ruhige Minute
Auch bei den anderen Teams ist höchste Konzentration gefragt. Beim Aufbau ihrer Stützpunkte müssen die Soldaten jederzeit mit unerwarteten Situationen rechnen. So verwandelt sich die scheinbar ruhige Arbeit im Wald innerhalb weniger Sekunden in eine Stresssituation: Ein simulierter Mörserangriff zwingt die Soldaten in Deckung. Gewehre gehen in Anschlag, Befehle werden weitergegeben – jeder Fehler kann Punkte kosten.
Am Ende der Woche wartet noch ein schriftlicher Test auf die Teilnehmer. Das beste Team erhält die Chance, bei der internationalen Best Squad Competition in Georgia anzutreten. Dort treffen die Sieger aus den verschiedenen Regionen der Welt aufeinander. Doch bis dahin müssen die Soldaten in Grafenwöhr noch einmal alles geben: Denn hier entscheidet sich, welches Team auch unter Druck, Hitze und Belastung als Einheit bestehen kann.
(sb)