Jonas Müller zeigt auf das Display und erklärt, wie er und seine Kommilitonen mithilfe elektromagnetischer Wellen den Aufbau des Bodens untersuchen. Gemeinsam mit seinem Mitstudenten Lukas arbeitet er an einer Bachelorarbeit im Studiengang Geoinformatik und Landmanagement. Ihr Forschungsauftrag: herausfinden, ob ein Bodenradar – eigentlich gedacht, um Leitungen und Drainagen sichtbar zu machen – auch klassische Bodenproben ersetzen könnte. Bislang musste man dafür mühsam mit einem Bohrstock in die Erde stechen. Lukas König, Student an der OTH Amberg-Weiden, zeigt, wie anstrengend diese Probenahme ist. Ob das Radar diese körperlich fordernde Arbeit irgendwann erleichtern kann, ist noch unklar. Genau das wollen die beiden herausfinden. Die Radar-Daten vergleichen sie später mit den Ergebnissen der herkömmlichen Bodenstiche. Die Zwischenbilanz fällt eher ernüchternd aus: Wahrscheinlich wird das Gerät die Proben nicht vollständig ersetzen können.
Aber: Erst nach der vollständigen Auswertung können Lukas und Jonas eine belastbare Aussage treffen. Wünschenswert wäre ein Erfolg – denn dann ließen sich Bodenschichten großflächig und viel schneller erfassen. Ein positiver Nebeneffekt zeigt sich schon jetzt: Die Landwirte, auf deren Feldern die beiden unterwegs sind, freuen sich über die Möglichkeit, verborgene Leitungen sichtbar zu machen – besonders dort, wo keine Pläne mehr existieren.
Rund zehn Hektar untersuchen die Studenten für ihre Arbeit. Bis Ende 2026 wollen sie ihre Ergebnisse präsentieren. Dann wird sich zeigen, ob der vermeintlich verirrte „Rasenmäher“ eines Tages tatsächlich die Bodenproben ersetzen kann.
(ls)