Rund um den Amberger Maxplatz wird gehämmert, geschraubt und gesteckt. Es sind die letzten Vorbereitungen für das Brunnenfest, das an diesem Wochenende tausende Besucher zurück ins Spätmittelalter entführen soll. Dahinter steckt der Amberger Verein Cantus Ferrum. Die Mitglieder wollen Geschichte nicht nur erzählen, sondern sie für Besucher erlebbar machen – und dafür haben sie sich ordentlich ins Zeug gelegt.
Jeder im Verein hat seinen Aufgabenbereich. Platzwarte, Kassierer, auch Köche müssen an die Arbeit. Markus Fehringer bekocht am Wochenende rund 140 Leute mit historischen Rezepten wie Bierfleisch. Zur Vorbereitung gehören aber nicht nur die paar Tage vor der Eröffnung. Viele arbeiten schon seit mehr als einem Jahr an der Planung für das Fest. Jetzt nimmt das Ergebnis dieser langen Arbeit endlich Gestalt an.
Ein Fest mit Vorbild
Historisches Vorbild ist die Amberger Hochzeit von 1474. Damals heirateten Kurprinz Philipp von der Pfalz und Margarete von Bayern-Landshut in Amberg. Im Jahr 2000 errichtete die Stadt den Hochzeitsbrunnen am Marktplatz, um an dieses Ereignis zu erinnern. Schon ein Jahr später entstand das Brunnenfest, das mittlerweile vom Marktplatz an den Maxplatz gewandert ist. Das Brunnenfest greift die historische Hochzeit auf und macht daraus eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert. Höhepunkt ist der große Hochzeitsumzug. Doch auch abseits davon gibt es für die Besucher viel zu entdecken.
Wie das Leben damals ausgesehen haben könnte, zeigen die zahlreichen Händler, Handwerker und Lagergruppen. Auch ungewöhnliche Angebote gehören dazu. Das Badehaus Draconis bringt beispielsweise einen authentischen Zuber mit – gewissermaßen einen spätmittelalterlichen Jacuzzi. So soll nicht nur die große Geschichte rund um die Hochzeit vermittelt werden, sondern auch der Alltag der Menschen vor mehr als 500 Jahren.
Die Zeitreise ist eröffnet
Ab Freitagnachmittag ist das Brunnenfest geöffnet. Am Samstag steht dann der große Hochzeitsumzug auf dem Programm. Er startet um 14 Uhr am Malteserplatz und zieht von dort aus über den Marktplatz bis zum Maxplatz.
Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro, Jugendliche zahlen drei Euro. Kinder dürfen kostenlos mit dabei sein. Damit kann die Zeitreise ins Amberg des späten Mittelalters beginnen.
(sb)