Do., 05.12.2024 , 10:12 Uhr

Weiden

So spektakulär sind die 1920er Jahre in der Stadt Weiden

Im Stadtmuseum Weiden zeigt eine neue Ausstellung Weiden in den 1920er Jahren. Es war eine Zeit mit diversen Krisen, aber auch Modetrends. Und sie weist viele Parallelen zur Gegenwart auf.

Weiden in den 1920er Jahren. Ein Imagefilm zeigt die vielfältige Geschäftswelt der Stadt, die damals knapp 20.000 Einwohner hatte. Also weniger als halb so viel wie heute. Modetrends, künstlerische Kreativität, ja ein gewisses Maß an Freude am Leben dominiert in Weiden in den goldenen 20er Jahre, zwischen Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise – also von 1924 bis 1928. Diese Blütezeit ist ein Thema in der aktuellen Ausstellung im Stadtmuseum über Weiden in den 1920er Jahren.

Allerdings: Dr. Sebastian Schott, der Leiter des Stadtmuseums Weiden, spricht von einer Scheinblüte zwischen Krisenjahren. Finanziert auf Pump.

Das Wort Krise fällt im Zusammenhang mit den 1920er Jahren bei der Ausstellungseröffnung immer wieder. Eine Hyperinflation, getrieben von Reparationszahlungen nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, sorgt 1923 dafür, dass sogar Billionen-Mark-Scheine im Umlauf sind. Rechte Parteien feiern einen kometenhaften Aufstieg, nicht nur die NSDAP, sondern beispielsweise auch die Deutschnationale Volkspartei. Wirtschaftlich geht es vielen Firmen schlecht. Konkret in Weiden geht zum Beispiel die Porzellanfabrik Bavaria Ullersricht pleite.

Parallelen zu den 2020er Jahren

Oberbürgermeister Jens Meyer sieht erstaunlich viele Parallelen zu heute. Die 1920er Jahre als mahnendes Beispiel für die 2020er Jahre also. Auch das aktuelle Jahrzehnt ist geprägt von Inflation, rechten Parteien, Wirtschaftskrisen. Doch Dr. Sebastian Schott warnt davor, den Bogen der Parallelen zu überspannen. Die Menschen heute hätten es viel besser, die Probleme damals laut Schott waren viel gravierender.

Heute ist die AfD Weiden der größte AfD-Kreisverband in Bayern. 1922 wurde in Weiden der zweitälteste Ortsverband der NSDAP gegründet. Über diese Geschichte und Geschichten, über die Baracken namens Moosbürger Holzhauskolonie aufgrund der Massen-Obdachlosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg, über den Aufstieg der Nationalsozialisten, aber auch über das gesellschaftliche Leben, über all das informiert die Ausstellung noch bis Ende Mai im Stadtmuseum Weiden.

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(mz)

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