Trumps angekündigter Truppenabbau hat an den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels gehörig Staub aufgewirbelt. Landtagsabgeordneter Bernhard Heinisch (FREIE WÄHLER) hat das zum Anlass genommen, gemeinsam mit einigen betroffenen Bürgermeistern in eine proaktive Offensive zu gehen: Die Gemeinschaftsinitiative „Stabile 8“ rund um die beiden Militärgebiete. Unter der Federführung von Landtagsabgeordneten Bernhard Heinisch, Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt sowie dem ersten Bürgermeister der Stadt Vilseck, Thorsten Grädler fand in München ein wichtiges Strategiegespräch statt. Gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Anrainergemeinden der Truppenübungsplätze, zahlreichen zuständigen Beamten und dem Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz kamen sie zum parteiübergreifenden Austausch im Wirtschaftsministerium zusammen. Die Idee: gemeinsam formen die Anrainergemeinden eine verbundene Wirtschaftsregion um die Truppenübungsplätze, klären ein Profil und bewerben das gemeinsam.
Für Gotthardt ist das Treffen „ein guter Start auf einen gemeinsamen Weg“. Richtig definiert, könne aus der Herausforderung eine echte Chance für die gesamte Region werden – „mit wirtschaftlichen Signalen in die gesamte Oberpfalz hinein“. Sechs von sieben Oberpfälzer Landkreise und 15 Gemeindegebiete werden von den beiden Truppenübungsplätzen tangiert – dazwischen liegt mit der kreisfreien Stadt Amberg ein wirtschaftliches Kraftzentrum der Region. „Daraus kann man etwas formen und mehr
machen“, sagt Gotthardt. Umso wichtiger sei die Handlungsbereitschaft einiger Bürgermeister, sagt Abgeordneter
Heinisch, der auch den Austausch mit Gotthardt initiiert hatte. Zusammen mit dem Wirtschaftsstaatssekretär hatte er für den „Aufbruch“ der Gemeinden den Arbeitstitel der „Stabilen 8“ formuliert – anknüpfend an die geografische Lage der beiden Militärgebiete und ihrer Anrainer im Herzen Nordbayerns. Für ihn ist es „wegweisend, dass das Wirtschaftsministerium unsere Anfrage sofort aufgegriffen und politische Unterstützung zugesagt hat.“
Grundlage dafür, erläutert Gotthardt, ist der bereits 2020 geschaffene Werkzeugkasten im Bereich der Landesentwicklung – Regionalmanagement. Im Wirtschaftsministerium habe man Möglichkeiten, derartige Zusammenschlüsse mit Sondermitteln der Militärkonversion zu unterstützen und die Vernetzung zu fördern. Voraussetzung dafür ist ein Zusammenschluss der Gemeinden -eine Hausaufgabe, die die Bürgermeister nun mit nach Hause nehmen. Klar jedenfalls sei, so Heinisch: „Wir sind handlungsbereit.“
(exb)