Was denken junge Menschen heute wirklich? Zu selten stellen sich unsere Politiker diese Frage – meinen zumindest die jungen Menschen selbst. Nun stand die Frage im Mittelpunkt des „Generation Z Day“ im Amberger Energiekompetenzzentrum. Es war eine intensive Paneldiskussion mit jungen Experten, die selbst zur Generation Z gehören – also zu jener Altersgruppe von etwa 14 bis 30 Jahren, die mit Digitalisierung, Fridays for Future und der Corona-Pandemie groß geworden ist.
Organisiert wurde der Abend von der Initiative „Our Generation Z“ gemeinsam mit Partnern wie der Email-Apotheke. Das Publikum war generationsübergreifend: Neben vielen jungen Zuhörern beteiligten sich auch ältere Gäste an der Diskussion. Vielleicht ja ein Zeichen dafür, dass gerade heute, wo die Spaltung zwischen den Generationen immer weiter wächst, der Dialog gesucht wird.
Von Wehrpflicht und Ungerechtigkeit
Besonders kontrovers wurde über den neuen Wehrdienst und eine mögliche Rückkehr der Wehrpflicht diskutiert. Die Befürworter-Seite wurde von zwei ehemaligen Wehrdienstleistenden vertreten. Zwei Gegenstimmen kamen von den jungen Panelteilnehmern Viola und Vincent. Die drei weiteren Gen-Z-ler fanden sich dazwischen ein und sorgten für eine ausgewogene Diskussion.
Der 17-jährige Vincent Baier, der selbst vom neuen Wehrdienst betroffen ist, argumentierte, dass die Rückkehr zu einer Wehrpflicht gegen die Selbstbestimmung jedes Menschen gehen würde. Deutschland müsse verteidigungsfähiger werden – eine Pflicht sei aber der falsche Weg. Gegenstimmen erwähnten, dass der Wehrdienst für viele eine wertvolle Erfahrung sei und die Herausforderungen heute nicht ohne Wehrpflicht zu stemmen seien.
Drogenkonsum: Mehr Aufklärung gefordert
Ein weiteres großes Thema des Abends war der Umgang mit Drogen. Mit auf dem Podium war unter anderem Oberarzt und Notfallmediziner Jens Schlör, der aus medizinischer Sicht Einblicke gab. Auch hier gingen die Meinungen innerhalb der Generation Z auseinander. Ein Punkt jedoch einte alle Diskutierenden: Es brauche deutlich mehr Aufklärung und Prävention, statt bloßer Verbote oder moralischer Debatten.
(sb)