Fr., 10.01.2020 , 13:36 Uhr

Weiden: Prozessbeginn – 34-Jähriger des Totschlags beschuldigt

Am Weidener Landgericht hat heute ein Prozess wegen Totschlags begonnen. Einem 34-Jährigen wird vorgeworfen, im Mai vergangenen Jahres seinen 57-jährigen Vater erstochen zu haben. Da der Beschuldigte an einer psychischen Erkrankung leidet und nach einem vorläufigen Gutachten als schuldunfähig gilt, handelt es sich um ein Sicherungsverfahren. Das Gericht soll nicht vorrangig die Schuldfrage klären, sondern ob der Beschuldigte in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden soll.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 26. Mai 2019 auf seinen Vater während des Frühstücks mehrmals mit einem Messer eingestochen zu haben. Der 57-Jährige erlitt Verletzungen im linken Halsbereich und der rechten Flanke. Er erlag an Ort und Stelle seinen Verletzungen, die Todesursache war Verbluten in Verbindung mit Luftembolie und Blutaspiration.

Der 34-jährige Beschuldigte hätte seit Jahren Probleme mit einer psychischen Erkrankung, hieß es heute bei der Verhandlung. Im Vorfeld der ihm vorgeworfenen Tat hatte der Beschuldigte das ihm verschriebene Neuroleptikum Clozapin nach eigenen Angaben nur noch sporadisch eingenommen. Außerdem hatte er offenbar bei einem Waldspaziergang Lebermoos zu sich genommen, eine Pflanze, die ähnlich wie Cannabis wirken kann.

Heute am ersten Verhandlungstag hat ein Vertreter der Kriminalpolizei Weiden sowie eine Helferin des BRK ausgesagt, die am Tag der Tat die Erste vor Ort war. Die Familie des Beschuldigten – die Mutter sowie die beiden jüngeren Schwestern – werden sich im Prozess nicht äußern.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob der Beschuldigte in eine psychiatrische Klinik – dauerhaft oder auf Bewährung – einzuweisen ist. Theoretisch wäre es auch möglich, dass der Antrag abgelehnt und der Beschuldigte freigelassen wird. Es sind vier weitere Hauptverhandlungstage angesetzt.

(az)

Antragsschrift Gericht Grafenwöhr Landgericht Weiden Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Prozess psychische Erkrankung Schnittverletzungen Schuldunfähig Sicherungsverfahren Sohn ersticht Vater Totschlag Tötungsdelikt Grafenwöhr Verfahren

Das könnte Dich auch interessieren

01.12.2025 Drogenhandel im Gefängnis: Landgericht verurteilt Familie 6 Jahre, 4 Monate Haft für Drogenhandel hinter Gittern. Diese Strafe hat das Landgericht Weiden nun einem 30-jährigen Familienvater auferlegt, der in mehreren JVAs mit sogenanntem „Spice-Papier“ gehandelt hat. Das ist herkömmlich aussehendes Papier, das synthetische, Cannabis-ähnliche Stoffe enthält. Ein Mithäftling soll dem 30-jährigen beim Verkauf unterstützt haben. Er bekam 5 Jahre und 6 Monate 16.09.2025 Sexueller Missbrauch an der eigenen Tochter: Weidener Vater verurteilt Ein brisanter Fall am Landgericht Weiden: Ein 49-jähriger Weidener, Reinhard S., wurde zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, weil er seine 13-jährige Tochter sexuell missbraucht hatte. Ausschlaggebend für das Urteil war ein WhatsApp-Chat, den die Pflegemutter des Mädchens entdeckt hatte. Die 13-Jährige fragte darin ihren Vater, ob sie bei ihrem nächsten Treffen Sex 23.06.2026 Testamentenfälschung: Prozess endet mit einer Überraschung Am Landgericht Weiden ist am frühen Montagabend der Prozess gegen einen mutmaßlichen Testamentenfälscher zu Ende gegangen. Der Prozess endete anders als erwartet: Er wurde nämlich ausgesetzt. Das bedeutet, dass der komplette Prozess zu einem späteren Zeitpunkt neu aufgerollt werden muss. Nach der Verlesung des 45. Beweisantrags des Wahlverteidigers Adam Zurawel stellte Pflichtverteidiger Dominic Kriegel einen 09.06.2026 Mutmaßliche Testamentenfälschung: Verteidiger stellt Befangenheitsantrag Es seien alle Zeugen befragt worden, weshalb beim Angeklagten keine Verdunkelungsgefahr mehr bestehe, so Verteidiger Adam Zurawel. Verdunkelungsgefahr besteht beispielsweise dann, wenn der Beschuldigte Einfluss auf Zeugen nimmt. Die Kammer des Landgerichts Weiden sah dies im April gegeben, sodass sofort ein Haftbefehl erwirkt worden war. Zurawel ist der Ansicht, dass sein Mandant jetzt aber sofort