
Weiden
Arbeitsmarkt im Wandel – Warum es mehr Arbeitslose gibt und trotzdem Fachkräfte fehlen (Jahresbilanz 2025)
Während die Arbeitslosigkeit in Bayern insgesamt leicht steigt, zeigen sich in manchen Regionen besonders deutliche Ausschläge – und zugleich klafft eine immer größere Lücke zwischen offenen Stellen und den Qualifikationen der Menschen, die Arbeit suchen.
Rund 315.000 Menschen in Bayern sind derzeit ohne Job – die Arbeitslosenquote liegt bei 4 Prozent. Nur Schwaben und die Oberpfalz stehen etwas besser da. Im Vergleich zum Vorjahr sind jedoch rund 30.000 Menschen mehr arbeitslos. Besonders stark betroffen ist die Stadt Weiden, wo die Zahl der Arbeitslosen um fast 10 Prozent gestiegen ist. Auch die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth verzeichnen Zuwächse.
Bernhard Lang, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden, erklärt, dass viele Unternehmen zwar Stellen abbauen, gleichzeitig aber dringend Fachkräfte suchen. 84 Prozent der offenen Jobs richten sich an qualifiziertes Personal – doch viele Arbeitslose bringen diese Ausbildung nicht mit. Für Menschen ohne Berufsabschluss gibt es dagegen immer weniger Stellen.
Um diese Lücke zu schließen, setzt die Arbeitsagentur auf Assistenzausbildungen: kurze Programme, in denen Menschen rund neun Monate lang in einen zukunftssicheren Beruf hineinschnuppern können, etwa in die Pflege.
Lang betont, dass der Arbeitsmarkt keine Krise durchläuft, sondern einen tiefgreifenden strukturellen Wandel. Durch Digitalisierung und KI verändern sich Berufsbilder, manche früher wichtige Jobs verlieren an Bedeutung.
Für 2026 erwartet Lang trotz der angespannten Wirtschaftslage keinen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Weiden – vorausgesetzt, die angekündigten politischen Maßnahmen greifen. Eine Verbesserung könnte dann in der zweiten Jahreshälfte sichtbar werden.
(ls)