
Baufinanzierung in Zeiten steigender Zinsen: Was Immobilienkäufer jetzt wissen sollten
Viele Menschen träumen in der heutigen Zeit von einer eigenen Immobilie. Für die meisten Leute ist die Frage nach einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung aber stark mit einer passenden Finanzierung verbunden. Schließlich haben die wenigsten Leute die Möglichkeit, eine Immobilie komplett aus dem eigenen Vermögen zu bezahlen.
Allerdings wird die Kalkulation rund um eine solche Finanzierung umso anspruchsvoller, wenn sich die Konditionen am Kapitalmarkt verändern und beispielsweise die Kreditzinsen steigen. Aktuell bewegen sich die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bei rund vier Prozent. Allerdings hängt die Zinshöhe immer auch von den persönlichen Voraussetzungen der jeweiligen Kreditnehmer ab. Wobei die weitere Entwicklung bei den Kreditzinsen momentan nicht so einfach einzuschätzen ist und sich die Konditionen verändern können.
Bei einer Finanzierung nicht nur auf den Zinssatz schauen
Wer aktuell über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, sollte aber den Blick nicht nur isoliert auf die Kreditzinsen richten. Vielmehr ist vor allem entscheidend, wie hoch die monatliche Belastung bei einer angedachten Finanzierung ist und inwiefern man diese über viele Jahre hinweg tragen kann. Einen guten Überblick über mögliche Finanzierungen mit verschiedenen Zinssätzen und Laufzeiten gibt es auf https://www.kreditvergleich.net/baufinanzierungen/, und zwar von vielen Banken und Baufinanzierern.
Schließlich ist ein scheinbar auf den ersten Blick günstiger Zinssatz längst nicht immer gleichbedeutend mit der besten Finanzierung. Schließlich spielen bei einer solchen Finanzierung unter anderem auch Darlehenshöhe, Laufzeit, Zinsbindung, Tilgung und die Möglichkeit von Sondertilgungen während der Laufzeit eine wichtige Rolle. Speziell bei größeren Kreditsummen machen schon kleinere Unterschiede bei den vereinbarten Konditionen auf die Jahre eine Menge aus.
Eigenkapital schafft bei einer Finanzierung mehr Spielraum
Ebenfalls eine entscheidende Rolle bei einer Baufinanzierung spielt die Höhe des vorhandenen Eigenkapitals. Wer bei einer solchen Finanzierung Eigenkapital einbringen und damit einen Teil des Kaufpreises und der Nebenkosten bezahlen kann, muss logischerweise eine niedrigere Kreditsumme aufnehmen. In diesem Zusammenhang weisen beispielsweise die Verbraucherzentralen immer wieder darauf hin, dass bei einem Hausbau oder Hauskauf möglichst 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises sowie die anfallenden Kaufnebenkosten als Eigenkapital vorhanden sein sollten.
Zu diesen Kaufnebenkosten zählen unter anderem Grunderwerbssteuer, Grundbuch- und Notarkosten sowie in vielen Fällen anfallende Maklerprovisionen. Allerdings ist es nicht unbedingt ratsam, das komplette verfügbare Eigenkapital in die Finanzierung einer Immobilie fließen zu lassen. Vielmehr sollte man zumindest einen Teil des verfügbaren Vermögens als finanzielle Reserve aufbewahren. Schließlich kann es im Laufe der Zeit immer wieder mal zu unerwarteten Ausgaben, Reparaturen oder Veränderungen bei der persönlichen Lebenssituation kommen. Ansonsten könnte eine solche Finanzierung, bei der es nach einem Immobilienkauf keinen finanziellen Puffer mehr gibt, bei steigenden Lebenshaltungskosten oder einer schlechter bezahlten Arbeit in der Zukunft schnell zu Problemen kommen.
Bei höheren Zinsen spielt die Tilgung eine noch wichtigere Rolle
Die anfängliche Tilgung spielt gerade bei Finanzierungen mit höheren Zinsen eine entscheidende Rolle. Zugegebenermaßen kann eine niedrige Tilgung die zu zahlende monatliche Gesamtrate niedriger halten. Auf der anderen Seite führt eine niedrigere Tilgung aber auch dazu, dass die entsprechende Restschuld langsamer sinkt. Dadurch bleibt dann in vielen Fällen bei einer späteren Anschlussfinanzierung ein größerer Kreditrestbetrag, für den wiederum eine passende Anschlussfinanzierung gefunden werden muss.
Eine längere Zinsbindung sorgt für mehr Planungssicherheit
Die Dauer einer Festschreibung des Zinssatzes sollte unter anderem von der persönlichen Situation abhängig gemacht werden. Grundsätzlich bietet eine längere Zinsbindung mehr Sicherheit, ist aber in den meisten Fällen im Vergleich zu kürzeren Laufzeiten mit einem Zinsaufschlag verbunden.
Entscheidet man sich beispielsweise für eine zehnjährige Zinsbindung, dann ist bei einem Hauskauf oder Hausbau in den meisten Fällen eine Anschlussfinanzierung erforderlich. Sind die Kreditzinsen zum Zeitpunkt einer notwendigen Anschlussfinanzierung dann höher, kann daraus resultierend eine deutlich höhere monatliche Belastung für die weitere Laufzeit entstehen.
Was hat die Europäische Zentralbank mit den Bauzinsen zu tun
Der Leitzins auf den Euroraum wird von der Europäischen Zentralbank festgelegt. Dieser Zinssatz hat unter anderem Auswirkungen auf die Bauzinsen. Wobei der Zusammenhang an dieser Stelle nicht unmittelbar festzustellen ist. Das hat damit zu tun, dass Baufinanzierungen in der Regel längere Laufzeiten haben, und deshalb orientiert man sich bei solchen Darlehenszinsen meistens mehr an den Entwicklungen auf den Kapitalmärkten. Speziell Pfandbriefe und Renditen langfristiger Bundesanleihen spielen dadurch eine wichtige Rolle.
Trotzdem beeinflusst die EZB mit ihren Entscheidungen das allgemeine Zinsumfeld. Entsprechend können Veränderungen der Geldpolitik die Entwicklungen auf den Kapitalmärkten und insgesamt die wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Ländern beeinflussen.
(exb)