CSU holt erneut das Direktmandat im Wahlkreis Amberg

Keine großen Überraschungen hat es am Wahlsonntag im Wahlkreis Amberg gegeben. Mit Susanne Hierl und Peter Boehringer werden den Wahlkreis weiterhin zwei Abgeordnete im Bundestag vertreten. Die Stimmung am gestrigen Wahltag war bei den Kandidaten gemischt.

Das Direktmandat aus Amberg bleibt weiterhin in den Händen der CSU – wenn auch nicht mit einer so hohen Stimmzahl, wie die CSU sich das gewünscht hätte. Susanne Hierl holte 40,3% der Stimmen – da sei noch Luft nach oben, so ihr Vorgänger Alois Karl. Dennoch war die Freude bei der neugewählten Abgeordneten groß. Es sei ein eindeutiges Ergebnis, über das sie sich – vor allem als erstmals Kandidierende – sehr freue.

Enttäuschung herrschte bei der CSU-Wahlparty im Johanneszentrum in Neumarkt über das bundesweite Ergebnis für die Union. Was mögliche Koalitionen angehe, habe Hierl keine Wunschkonstellation. Für sie sei wichtig, dass keine rot-rot-gründe Koalition zustande komme. Alles weitere müssten erst die Sondierungsgespräche zeigen.

Auf dem zweiten Platz folgte Johannes Foitzik von der SPD. Er holte 16% und damit 0,7 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2017. Ein zufriedenstellendes Ergebnis, so Foitzik. Er erwartet sehr schwierige Koalitionsverhandlungen. Bisher sei er mit keinem Angebot der anderen Parteien glücklich. Was Foitzik ausschließt, ist eine weitere große Koalition – das wäre für die SPD der Suizid, so Foitzik.

Den dritten Platz bei den Direktkandidaten holte eine Newcomerin: Die 21-jährige Daisy Miranda von den Freien Wählern. Mit ihren 12,1% zeigte sie sich sehr zufrieden. Die Hoffnung, im Laufe des Abends noch insgesamt über die 5-Prozent-Hürde zu kommen, erfüllte sich jedoch nicht.

Keine großen Veränderungen auch bei der AfD. Direktkandidat Peter Boehringer holte 10,4% der Stimmen und wird nun wiederholt über Platz 1 der Landesliste in den Bundestag einziehen. Insgesamt sei das Ergebnis der AfD solide und zufriedenstellend, so Boehringer gegenüber OTV.

Ein Wackelkandidat hat es letztendlich nicht in den Bundestag geschafft: Nils Gründer von der FDP. Mit Listenplatz 15 hat es knapp nicht für den Einzug gereicht. Die gute Nachricht aber sei, dass die FDP mit einem bundesweiten Ergebnis von 11,5% nun für die Regierungsbildung relevant sei, so Gründer.

Insgesamt haben im Wahlkreis viele der 216.000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben: Die Wahlbeteiligung war mit 80,2% überdurchschnittlich hoch.

(az)