Deutschland: RKI stellt App vor und bitte um Mithilfe

Die Anzahl der neu gemeldeten Corona-Fälle sei etwas geringer, aber von einer Entspannung könne noch nicht ausgegangen werden, das betonte Prof. Dr. Lothar H. Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, heute Vormittag bei der Pressekonferenz zur Corona-Lage. Dort stellte er auch die neu entwickelte Corona-Datenspende-App vor, die mithelfen soll Corona einzudämmen. Im Bezug auf das Infektionsgeschehen betonte er, dass man die nächsten Tage abwarten müsse, ob sich bei den Meldungen ein Trend abzeichne.

Konkret waren dem RKI am 7.04.2020 um 0 Uhr 99.252 Covid-19-Fälle in Deutschland gemeldet – 3.834 mehr als am Vortag. Zudem hätte es bislang 1.607 Todesfälle gegeben, dies seien 173 mehr als noch am Tag zuvor. Laut Schätzung des RKI gibt es in Deuschland bislang rund 33.300 Genesene, dies sei eine erfreuliche Zahl, so Wieler. Weltweit betrachtet gebe es bislang mehr als 1 Million offiziell Infizierte und nahezu alle Länder seien betroffen. Besonders aktiv sei das Ausbruchsgeschehen im Moment in Nordamerika und Europa.

Zudem erläuterte der Präsident des Robert-Koch-Instituts die neue Corona-Datenspende-App, die die bisherigen Maßnahmen unterstützen soll. Man habe beim Robert-Koch-Institut sehr viel darüber nachgedacht, wie digitale Anwendungen helfen könnten, um Covid-19 einzudämmen. Denn um ein Krankheitsgeschehen umfassend bewerten zu können, würden die offiziellen Meldedaten nicht ausreichen. Daher hat nun das Robert-Koch-Institut zusammen mit einem Institut für E-Health die Corona-Datenspende-App entwickelt, welche ab heute kostenlos und freiwillig für IOS und Android in den entsprechenden Stores heruntergeladen werden kann.

Mit dieser App könne man freiwillig dem RKI bestimmte Daten zur Verfügung stellen, um so bei der Einschätzung zu helfen, wo und wie schnell sich Covid-19 verbreite, erläuterte Wieler. Dafür benötige man eine Smartwatch oder ein Fitness-Armband, sowie die kostenlose App. Die Idee der App: Viele Menschen in Deutschland würden mithilfe von Smartwatch und Co. diverse Gesundheitsdaten aufzeichnen. Bei einer akuten Atemwegserkrankung würden sich diese Vitalzeichen deutlich ändern; bei Fieber, verändertem Schlaf, weniger Bewegung. Die Corona-Datenspende-App würde die Verbreitung von bestimmten Symptomen erkennen und erfassen. Wichtig dabei: Die App ersetze keine Tests und warne auch nicht.

Ergänzend dazu verwendet die App zur Verfügung gestellte Daten, wie Postleitzahlen, Geschlecht, Alter, Größe, Puls oder Körpertemperatur. Diese Daten würden wissenschlaftlich aufbereitet und fließen zusammen mit anderen Daten in eine interaktive Karte, die die Verbreitung von potentiell Infizierten zeigen soll. So sollen Wissenschaftler ein präziseres Bild über Infektionsgeschehen bekommen und darüber informiert werden, ob die Maßnahmen greifen, so die Erläuterung von Wieler. Wichtig dabei zu wissen: Die Daten seien dabei pseudonymisiert, das RKI habe keine Kenntniss über persönliche Informationen wie Name oder Anschrift. Die Daten würden streng nach Datenschutzgrundverordnung gespeichert werden. Alle wichtigen Informationen zur App gibt es unter www.corona-datenspende.de.

Er sei fest davon überzeugt, dass digitale Anwendungen eine sinnvolle Ergänzung zu bisherigen Maßnahmen seien, betonte Prof. Dr. Lothar H. Wieler heute Vormittag. Man wünsche sich, dass viele Menschen die App herunterladen und so Bürger und Wissenschaflter zusammen arbeiten können.

(nh)