Weiden

Drogenprozess Weiden: Einige Zeugen verweigern die Auskunft

Am 4. Verhandlungstag am Landgericht Weiden ist es am Vormittag mit der Befragung von einigen Zeugen recht schnell gegangen. Sie verweigerten die Aussage und durften dies auch, weil ihnen entweder noch nicht der Prozess gemacht worden war, oder, weil der Prozess gerade noch am Laufen ist. Eine Zeugin musste allerdings aussagen. Sie ist die ex-Freundin des Angeklagten Benedikt P. und ist bereits verurteilt worden. Im Falle einer Verurteilung dürfen Zeugen nicht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Es handelt sich um eine 27-jährige junge Frau, die einem ganz normalen Beruf nachgeht und sich gerade in Elternzeit befindet. Sie war mit Benedikt P. befreundet, der in einem Fall ein Päckchen in ihrer Wohnung deponierte. Sollte dieses Päckchen nicht abgeholt werden, dann, so sein Auftrag, solle die junge Frau die Drogen verschicken.

Dies tat sie im Jahr 2024 auch. Die Anweisungen kamen von ihrem Ex, der sie wiederum vom Hauptangeklagten Marco H. erhalten hatte. Da H`s Gespräche überwacht worden waren, war sie damit auch ins Visier der Ermittler geraten. Die junge Frau ist mittlerweile Mutter in einer anderen Beziehung geworden und sagte vor Gericht aus, dass sie mit ihren Aussagen Angst um ihr Baby habe, wie sie unter Tränen gestand. Vorsitzender Richter Markus Fillinger beruhigte sie, bevor sie den Gerichtssaal wieder verlassen durfte. Alle Angeklagten hätten ein Geständnis abgelegt, sodass wegen ihrer Aussagen keine Gefahr von ihnen ausgehe.

Der Prozess hat noch 3 weitere Verhandlungstage aufzubieten. Die Plädoyers und das Urteil sind für den Mittwoch kommender Woche angesetzt.

(tb)

expand_less