Hahnbach: „Wir sagen nein zu den Notmaßnahmen“

Mit Plakaten und Trillerpfeifen haben am Freitag in Hahnbach rund 100 Lehrkräfte gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrermangels protestiert. Grund: Viele Grundschullehrer müssen nach dem Willen von Kultusminister Michael Piazolo ab dem kommenden Schuljahr mehr arbeiten. Lehrer müssen statt 28 Wochenstunden 29 arbeiten. Eine Pension ist erst ab 66 Jahren möglich und Sabbatjahre werden abgeschafft. Damit will das Kultusministerium den Lehrermangel bekämpfen. Im Herbst würden laut Piazolo 1.400 Vollzeitstellen unbesetzt bleiben.

Für den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sind die Zwangsmaßnahmen untragbar. Deswegen haben sie zum landesweiten „Aktionstag Lehrermangel: So nicht“ aufgerufen.

„Das, was wir heute erleben, ist ein Armutszeugnis der Bayerischen Staatsregierung und des Kultusministeriums. Es ist eine Bankrotterklärung zu Lasten der Lehrkräfte und zu Lasten der Schülerinnen und Schüler.“ – Ursula Schroll, Ehrenvorsitzende des Oberpfälzer BLLV-Bezirksverbandes

Laut Kultusministerium wird den Lehrern aber auch entgegengekommen. Es sollen 3.000 Grund- und Mittelschullehrkräfte befördert, die Probenanzahl gesenkt und die Zeugnisse verschlankt werden.

„Wir fordern endlich bessere Arbeitsbedingungen. Wertschätzung unserer Arbeit, und damit A13 für alle Lehrkräfte. Wir wollen eine Aufwertung der Fach- und Förderlehrkräfte. Wir wollen eine flexible Lehrerbildung, um den „Schweinezyklus“ von einmal zu viel und einmal zu wenig Lehrer zu durchbrechen.“ – Ursula Schroll, Ehrenvorsitzende des Oberpfälzer BLLV-Bezirksverbandes

Die Forderungen der Lehrkräfte haben sie auf Postkarten notiert. Diese werden dem Kultusministerium zugeschickt.

(sh)