Video-Player wird geladen.
Aktueller Zeitpunkt 
Dauer 
Geladen: 0%
Streamtyp LIVE
Verbleibende Zeit 
 
1x
    • Kapitel
    • Beschreibungen aus, ausgewählt
    • Untertitel aus, ausgewählt
      Werbung

      Oberviechtach

      Apfelbaum mit 28 verschiedenen Sorten – Der Stolz von Gärtner Alois Gürtler

      Ein Baum, an dem gleichzeitig Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche hängen? Klingt wie ein Wunderbaum aus dem Märchenbuch. So etwas ist aber tatsächlich möglich – und zwar mithilfe von Veredelung. Ein Wurzelstamm kann damit mehrere verschiedene Sorten tragen. Alois Gürtler, ein Gärtner aus Oberviechtach, hat auf diese Weise einen Baum mit vielen verschiedenen Apfelsorten herangezogen.

      Auf den ersten Blick sieht der Apfelbaum in Alois Gürtlers Garten aus wie ein ganz normaler Obstbaum. Aber er ist alles andere als normal: Er trägt 28 verschiedene Sorten auf einmal. An jedem Ast eine andere Sorte. Los ging das Ganze vor 25 Jahren. „Damals habe ich einen Kaiser-Wilhem-Apfelbaum gepflanzt, der dann auch gute Früchte getragen hat.“, erinnert sich Gürtler. „Aber dann habe ich mir sagen lassen, dass der Kaiser Wilhelm gut zum Veredeln ist“.

      „Die Sucht hat mich wieder getrieben“

      Veredeln, das bedeutet: Auf die Unterlage, also den Hauptbaum, wird ein Ast der gewünschten Obstsorte gesetzt. Dieser verwächst mit dem Hauptstamm. Und wenn alles klappt, bildet der Ast dann Früchte der entsprechenden Sorte. In etwa 90 Prozent der Fälle war Alois Gürtler erfolgreich, schätzt er – sein Tipp: „Auf die obere Schnittstelle des Edelreisers muss auch etwas Baumwachs. Wenn man das vergisst, dann kommt der Ast nicht.“, so seine Erfahrung.

      Jahr für Jahr holte sich Alois Gürtler Äste verschiedener Apfelsorten vom Kreisgartenamt. Für ihn wurde es zu einer Leidenschaft, seinen Apfelbaum immer weiter zu veredeln. „Meiner Frau war das ja nicht so recht“, erinnert er sich und muss lachen. „Denn der Baum hat sehr viele und große Äpfel getragen. Aber ich habe nicht nachgelassen, mich hat die Sucht wieder getrieben.“, erzählt Gürtler schmunzelnd.

      Dieses Jahr zählte Gürtler das erste Mal nach, wie viele Sorten sein Baum eigentlich trägt – und kam auf 28 verschiedene Apfelarten. Bei der Bestimmung ließ er sich von moderner Technik helfen: „Da habe ich die KI befragt und die hat mir das wunderbar ausgeführt.“ Jetzt hat Gürtler eine Liste mit seinen 28 Apfelarten, deren Aussehen und Reifezeit. „Da bin ich recht stolz drauf“, so Gürtler.

      Pflege des Gartens als Erinnerung an seine Frau  

      Seit einigen Jahren ist Alois Gürtler Witwer. Er sieht es als seine Pflicht an, den Garten, den seine Frau angelegt hat, weiter zu pflegen. Auch Bienenvölker hält er seit 30 Jahren und produziert eigenen Honig. Der 82-jährige Oberviechtacher ist also nach wie vor im Garten aktiv – und erfreut sich an seinem besonderen Apfelbaum.

      (az)

      expand_less