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      Eschenbach

      Klimawandel schneller und stärker – es braucht nichtheimische Baumarten

      Die Rinde an dieser Kiefer bröckelt. Daneben: eine weitere Kiefer mit braunem Dach. Beides sind Anzeichen dafür, dass die Bäume am Sterben sind. Der Täter: der Hitzesommer 2026. Dass es Kiefern in den Wäldern der Oberpfalz zu heiß wird und dass Fichten als Flachwurzler aufgrund der zunehmenden Trockenheit nicht mehr genug Wasser bekommen, ist den Förstern seit Jahren bekannt. Doch inzwischen leiden auch andere Arten wie die Stieleiche, die bisher als klimaresistent galten – weil der Klimawandel schneller und stärker vonstatten geht als erwartet.

      Martin Gottsche ist seit 25 Jahren im Revier Eschenbach. Zu Beginn waren hier vier Baumarten, inzwischen sind es etwa 60. Mehr Vielfalt soll den Wald vor den Folgen des Klimawandels schützen. Hitze und Trockenheit machen Bäume krank – wodurch sie anfällig werden für Schädlinge wie Käfer und Pilze. Wie viele Bäume in seinem Revier im Sommer 2026 den Garaus gemacht haben, kann Gottsche noch nicht abschätzen. 1000 Festmeter sind es jetzt schon und die Aufnahme ist gerade erst gestartet.

      Zedern und weitere neue Baumarten kommen

      Den Wald gut für den Klimawandel zu rüsten, ist inzwischen eines der Hauptaufgabenfelder von Martin Gottsche. Entwässerungsgräben werden zugeschüttet, damit das Wasser im Wald bleibt. Baumarten sollen den Waldboden möglichst von Sonnenlicht abschirmen. Vor allem aber pflanzt er neue Bäume. Heimische Baumarten stehen im Fokus. Aber: Tanne ist zum Beispiel nicht gleich Tanne – auch die Herkünfte der Arten ist entscheidend.

      Es braucht aber auch ganz neue, nicht heimische Baumarten. Als geeignet betrachten Förster derzeit zum Beispiel die Esskastanie oder die Hemlocktanne. Ein weiteres Beispiel: die Zeder.

      Das Problem: Es reicht nicht einfach nur, Bäume aus dem Süden zu pflanzen, die mit Hitze und Trockenheit zurecht kommen. Die Winter sind in der Oberpfalz nämlich trotzdem oft viel kälter als in südlicheren Klimazonen. Es braucht also auch frostresistente Bäume. Zum Beispiel: die türkische Tanne.

      Die Wälder der Oberpfalz – sie werden durch den Klimawandel nicht sterben. Aber sie werden sich verändern.

      (mz)

      Weitere Beiträge zu dem Thema:

      => Warum Kiefern in der Oberpfalz sterben

      => Mehr Bodenqualität beim Waldumbau gefordert

      => Waldumbau für Klimawandel

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