Weiden
Partnervermittlung heute: Wie das Geschäft mit der Liebe immer noch funktioniert
Mehr als 3000 Liebespaare hat Partnervermittler Reinhold Lang schon zusammengebracht. Ein vermeintlich altmodisches Geschäft, aber auch in Zeiten von Tinder und Co. denkt Lang nicht darüber nach, aufzuhören. Wir haben den Alltags-Amor besucht.
Dating-Apps, Online-Partnerbörsen und trotzdem die klassische Partnervermittlung: Reinhold Lang aus Weiden bringt seit rund 40 Jahren Singles zusammen. Mehr als 3.000 Paare hat er nach eigenen Angaben bereits vermittelt. Dass sein Beruf auch heute noch gefragt ist, davon ist er überzeugt.
Lang empfängt seine Kunden persönlich, erstellt individuelle Profile und nimmt sie in seine Kartei auf. Aktuell umfasst diese mehr als 250 Männer und Frauen. Seine Aufgabe ist es, passende Partner zu finden. Dabei setzt er auf persönliche Gespräche statt auf digitale Algorithmen.
Die Suche nach der großen Liebe führt Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen zu ihm. Seine jüngste Kundin ist gerade einmal 23 Jahre alt, der älteste 87. Eine erfolgreiche Vermittlung kostet meist einen vierstelligen Betrag. Für viele Kunden zählen dabei vor allem Diskretion, Sicherheit und ein Partner, der auch in sozialer Hinsicht zu ihnen passt.
Das Internet sieht Lang nicht als Konkurrenz. Dating-Apps und Online-Portale hätten vielmehr die Zeitungsanzeigen früherer Jahrzehnte und weniger seriöse Agenturen abgelöst. Bis in die 2000er-Jahre erlebte die Branche ihren großen Boom. Danach sind viele vom Markt verschwunden. Es sei einfach aus der Zeit gefallen, meint Lang. Aber nach wie vor kommen Menschen auf der Suche nach der großen Liebe zu ihm.
(sb)