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      Weiden

      Problem Wohnungslosigkeit – Weidener Verbände fordern mehr Unterstützung

      Rund 1.030.000 wohnungslose Menschen leben in Deutschland – und etwa 56.000 davon leben buchstäblich auf der Straße. Ein neuer Höchststand. Der Mangel an Wohnraum, vor allem bezahlbaren Wohnraum, ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Darauf wollte der Weidener Verein „Die Initiative“ mit einer Aktion in der Stadtmitte aufmerksam machen – am bundesweiten Tag der wohnungslosen Menschen. Die Vereinsmitglieder betreuen ehrenamtlich wohnungslose Menschen und kennen viele Geschichten und Schicksale von Menschen, die wohnungslos werden.

      „Das zieht einen Rattenschwanz nach sich“, erklärt Vereinsvorsitzende Stephanie Roberts. „Hat man keine Wohnung, kriegt man keine Arbeit.“ Arbeitgeber und Vermieter hätten sofort viele Vorurteile im Kopf, wenn ein Mensch aus der Notunterkunft sich um eine Wohnung oder einen Job bewirbt. „Diese Menschen können und wollen arbeiten. Aber oft kriegen sie nicht die Chance dazu“, erklärt Roberts.

      „Wir können nur helfen, wenn uns die Gemeinde auch hilft“

      Bei einer Podiumsdiskussion mit Hilfsverbänden und Oberbürgermeister Benjamin Zeitler ging es um die Frage: Wie kann die Stadt helfen, Wohnungslosigkeit zu verhindern und auf welche Probleme stoßen Beratungsstellen wie das BRK oder die Diakonie? „Wir können nur helfen, wenn die Gemeinde uns auch hilft“, betont zum Beispiel Ulla Roscher-Geuss. Sie betreut bei der Diakonie Oberpfalz als Wohnungslotsin das Projekt Wohnraum für Alle, kurz Wofa. „Die Stadt Weiden muss sich Gedanken machen, wie leerstehender Wohnraum wieder belebt und aktiviert werden kann“, so die Forderung von Roscher-Geuss.

      Die Stadt tue schon viel, um Wohnungslosigkeit zu verhindern, entgegnet der Oberbürgermeister. Zum Beispiel führe sie Gespräche mit Wohnungsbesitzern in Fällen, in denen Wohnungslosigkeit droht. Vor drei Jahren hat Weiden außerdem die neue Notunterkunft für Obdachlose in der Schustermooslohe eröffnet. Aber: Bei privaten Wohneigentümern könne die Stadt nur bedingt etwas tun, gibt der OB zu bedenken. Sein Appell sei an dieser Stelle, dass Vermieter „auch den sozialen Aspekt mitberücksichtigen sollten.“ Generell sei der Kampf gegen Wohnungslosigkeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Da sind wir alle ein bisschen gefordert.“

      Gesprächsrunde zwischen Stadt und Fachverbänden

      Die Vertreter der Hilfsverbände wünschen sich konkreteres. Zum Beispiel ein Gespräch zwischen der Stadt und den Fachverbänden, um mögliche Lösungen zu besprechen. OB Zeitler zeigte sich offen für eine solche Gesprächsrunde.

      Und die Wohnungslosen selbst wünschen sich vor allem: weniger verurteilt zu werden – und von der Gesellschaft eine Chance zu bekommen. Frank zum Beispiel, der seit mehreren Monaten eine Wohnung sucht, betont: „Ich bin wohnungslos und nicht asozial oder ein Penner. Ich versuche nur, wieder Fuß zu fassen.“

      (az)

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