„Schiff ahoi!“

 

„Der Stadtgründer Pfalzgraf Aribo II. ankert vor Erbendorf!“ Alles an dieser Aussage mag Ihnen jetzt komisch vorkommen. Pfalzgraf Aribo II. ist seit 1000 Jahren tot. Außerdem war er kein Seefahrer, sondern ein Urbayer. Und bekanntlich liegt Erbendorf auch nicht am Meer. Trotzdem stimmt diese Aussage seit diesem Sommer wieder. Klingt verwirrend, oder?

In Erbendorf an der Fichtelnaab gibt es seit März ein neues Hotel.  In der ehemaligen Bermas-Kofferfabrik hat die Gesellschaft für Freizeit- und Hoteleinrichtungen mbH in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Wellness- und Tagungshotel errichtet. Die vormalige Halle sollte zu einem schönen Erholungsort werden. Irgendwann entstand die Idee, runde Fenster einzubauen. Die gaben der Halle von Weitem betrachtet die Optik eines Schiffes. Konsequent wurde diese Idee dann umgesetzt. Anker, Reling, Rettungsreifen lassen den Anschein erwecken, man befinde sich auf einem Schiff. Die Nähe zur Fichtelnaab lässt zwar keine steife Meeresbrise aufkommen, dennoch hat man dadurch einen schönen Blick aufs Wasser.

Die Bauherren entschieden sich schließlich dazu, das Hotel auf den Namen des Stadtgründers Aribo zu taufen. Und um diese Taufe zu zelebrieren wurde Ex-ZDF-Traumschiffkapitän Siegfried Rauch eingeladen. Er sollte eigentlich standesgemäß eine Sektflasche an der Hotelwand zum Zerbersten bringen. Doch das gelang selbst nach mehreren Versuchen nicht.

Unterstützung bekam er von Gerd Schönfelder, dem 16-fachen Paralympics-Sieger. Er war ebenfalls als Pate geladen, weil das Hotel ein inklusives Hotel sein soll. Ein Viertel der Belegschaft ist schwerbehindert, die ganze Anlage ist barrierefrei. Das Hotel hat den Betrieb bereits aufgenommen. Oder – wenn man konsequent bleiben will – befindet sich auf Kreuzfahrt. (eg)