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      Falkenberg

      „Artenschutz ist Menschenschutz“ – Großer Artenschutztag auf der Burg Falkenberg

      Wir leben aktuell im größten Massenaussterben seit den Dinosauriern vor 66 Millionen Jahren. Damals löschte ein Asteroid einen riesigen Teil der damals lebenden Arten aus. Heute ist der Mensch für das Aussterben von vielen Tier- und Pflanzenarten verantwortlich. Darauf, wie wichtig die Artenvielfalt auch für uns Menschen selbst ist, sollte nun ein Aktionstag im Landkreis Tirschenreuth aufmerksam machen: Der Große Artenschutztag in Falkenberg. Dieser hat nicht nur ein großes Rahmenprogramm rund um die Falkenberger Burg geboten, sondern auch Fachexkursionen direkt in die Natur.

      Zusammenhänge erkennen

      Zum Beispiel in einem Wald nahe Erbendorf, wo Prof. Dr. Carl Bässler eine Fachexkursion geleitet hat. Das Thema: welche Rolle spielen Pilze in der Ökologie des Waldes? Zu dieser Frage forscht Bässler an der Universität Bayreuth. Der Professor erklärte den Besuchern, warum Wälder wie unsere ohne Pilze gar nicht existieren könnten. „Die Pilze helfen den Bäumen, Nährstoffe aufzunehmen. Und sie bauen organisches Material wie Laub ab.“, so Bässler.

      Das Schwammerl, das im Herbst auf dem Waldboden auftaucht, ist quasi nur die Spitze des Eisbergs. Der größere Teil des Organismus versteckt sich unter der Erde. Wahrscheinlich einer der Gründe, warum Pilze bei ihrer Bedeutung fürs Ökosystem oft vergessen würden, schätzt Prof. Bässler. Die Natur sei ein komplexes Zusammenspiel von Pilzen, Pflanzen und Tieren.

      Vorträge, Exkursionen und Mitmachprogramm

      Insgesamt vier Exkursionen und ein Vortragsabend umfasste das Programm des Artenschutztages. Ein Tag, der die Bedeutung von Artenvielfalt und die Bedrohung durch das Artensterben in den Mittelpunkt stellen sollte, erklärt Johannes Bradtka vom Verein für Landschaftspflege, Artenschutz und Biodiversität. Bradtka ist der Initiator des Aktionstages. Er betont, wie wichtig Artenschutz ist – schlussendlich nicht nur für die Natur, sondern auch für uns Menschen. Nur eine intakte Natur biete auch eine Lebensgrundlage für uns Menschen.

      Der Verein aus Erbendorf hat gemeinsam mit dem Naturpark Steinwald und der Steinwald-Allianz den Artenschutztag organisiert. Vor Ort präsentierten viele Naturschutzorganisationen ihre Arbeit und boten Mitmachaktionen für Besucher an. Naturparkranger informierten Besucher zum Beispiel über die Artenvielfalt im Steinwald. „Der Steinwald hat noch eine große Vielzahl an Arten, darunter auch solche, die in Bayern und Deutschland selten geworden sind.“, erklärt Naturparkrangerin Cornelia Greiner. „Zum Beispiel die Steinotter, den Feuersalamander, den Luchs, den Habichtskauz oder auch die Flussperlmuschel.“ Und das, obwohl der Naturpark Steinwald keine besonders große Fläche umfasse.

      Aber Greiner betont auch: Die besonderen Arten können hier nur existieren, weil sie auch besonders geschützt werden. Genau dafür sollte der Artenschutztag bei den Besuchern ein Bewusstsein schaffen.

      (az)

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