Wohnen in einem Denkmal

Rapunzel und Dornröschen lassen grüßen. Ein mehr als 500 Jahre altes Haus in der Sulzbacher Innenstadt wird seit 20 Jahren Stück für Stück privat und ohne Zuschüsse sanier: Es ist ein oberpfälzer Wohnmärchen, dass in der Innenstadt in Sulzbach-Rosenberg – umrahmt vom Gasthof Sperber und dem Weißbeck-Haus – eine lange Geschichte erzählt und ein Blick hinter die etwas gealterte Fassade lohnt. Mehr als 500 Jahre ist das mittelalterliche Posthaus alt und wurde seit Ende der 1980er Jahre nach und nach von Familie Heldrich saniert. Ohne staatliche Zuschüsse – dafür mit umso mehr Eigeninitiative und Herzblut: Die Türstöcke wurden freigelegt, der Grundriss angepasst, Böden, Decken und Fenster modernisiert und Einflüsse aus verschiedenen Zeiten bewahrt und teils umfunktioniert.

In einem jahrhunderte alten Gebäude zu leben, ist genauso individuell wie faszinierend, ein stummer aber lebendiger Zeuge vergangener Jahrhunderte. Allerdings steckt unter so einem historischen Dach auch ungeheuer viel Arbeit, es sei denn man hat eine Vorliebe für die spartanische Wohnqualität früher Zeiten.

Auf 3,5 Millionen D-Mark hatten Experten die Sanierung einst taxiert. „Dann lieber langsam, aber so, wie wir es wollen!“ dachten sich die Heldrichs und verzichteten auf Fremdmittel. Die einzige zusätzliche Hilfholten sich die Heldrichs von einem Architekten und Handwerkern. Heute wohnt die Familie selbst in dem Haus auf 210 Quadratmetern und betreibt eine Physiotherateutische Praxis.

Dass sie eines Tages mit der Sanierung komplett fertig sein würden, von diesem Gedanken haben sich die Denkmalbewohner irgendwann verabschiedet.