München: Söder fordert einheitlichen Pandemieplan

Ministerpräsident Markus Söder hat heute Mittag erneut die Uneinigkeit unter den Bundesländern kritisiert und einen einheitlichen Pandemieplan gefordert.

„Wir brauchen einen einheitlichen Pandemieplan und nicht 16 verschiedene“, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der Bund und die Länder müssten jetzt endlich aus einem Geist heraus handeln und sich auf eine bundesweit einheitliche Strategie einigen. Weiter kritisierte er, dass die Notbremse überall konsequent umgesetzt werden müsse. Wo die Inzidenz über 100 liege müsse konsequent reagiert und das Infektionsgeschehen eingedämmt werden, so Söder.

Impfgipfel war Hoffnungsgipfel

Sehr positiv sprach Söder über den heutigen Impfgipfel. Nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten die diversen Gipfel und Treffen meist negativ behaftet waren, sei der heutige Impfgipfel endlich ein Hoffnungsgipfel gewesen. Impfen bleibe der einzige Weg raus aus der Pandemie und zurück in die Normalität. Deshalb stimme es ihn optimistisch, dass die Impfkampagne in Bayern in den nächsten Wochen deutlich an Fahrt aufnehmen soll. 2,7 Millionen Impfdosen habe Bayern bislang erhalten.

2,2 Millionen davon seien bereits verimpft worden. Derzeit werden im Freistaat täglich 40.000 Menschen gegen Corona geimpft. Bis Ende April sollen 20% der Menschen in Bayern ihre Erstimpfung erhalten haben. Bis zum 2. Mai, erklärte Söder, erhalte Bayern weitere 2 Millionen Impfdosen, sprich in einem Monat so viele wie vorher in einem Vierteljahr. 180.000 extra Impfdosen gehen außerdem in die Hotspotregionen in Ostbayern. Dort werde auch flexibler geimpft, so Söder.

Um mehr Menschen schnellstmöglich impfen zu können, werde auch bereits der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung maximal vergrößert. Auch die bisher zurückgehaltenen „Notreserven“ würden, in Absprache mit dem Bund, jetzt verimpft. Das Impfen in den Hausarztpraxen startet in Bayern morgen. Rund 33.000 Dosen werden an 1635 Arztpraxen geliefert. Ab dem 5. April sollen dann alle weiteren Hausärzte folgen. Bei der Impfung in den Arztpraxen müsse zudem beachtet werden, dass die Hausärzte neben der Corona-Impfung auch noch ihr „Tagesgeschäft“ bewältigen müssen, erklärte Söder.

Die Schulen als größte Herausforderung in der 3. Welle

„Die Schulen machen mir große Sorgen. Sie sind die größte Herausforderung in der 3. Welle.“ Deshalb stünden die Schulen auch mit ganz oben auf der Tagesordnung beim für nächsten Mittwoch angesetzten Sonderkabinett, erklärte Söder. Oberster Maßstab müsste der Schutz von Lehrern und Schülern sein. Deshalb bleibt es bei einer Testpflicht in den Schulen, wenn die Inzidenz über 100 liegt. Ein negatives Testergebnis ist Grundvoraussetzung um am Unterricht teilnehmen zu dürfen.

Auch das Thema Öffnungen wird nächsten Mittwoch diskutiert, ebenso wie die acht Modellregionen die ausgewählt werden sollen. Knapp 100 Bewerbungen seien laut Söder eingegangen. Als Auswahlkriterien nannten Söder und Gesundheitsminister Holetschek eine stabile Inzidenz unter 150, eine funktionierende digitale Kontaktverfolgung, ausreichend Testkapazitäten sowie eine Einwohnerzahl von höchstens 100.000. Zudem dürfe die Impfquote nicht unter dem Landesdurchschnitt liegen.

Abschließend appelierte Ministerpräsident Söder nochmal an alle Menschen durchzuhalten und sich an die Corona-Maßnahmen zu halten. „Corona macht keine Oster-Pause, wir aber auch nicht (…) Es wird trotz steigender Inzidenzen jeden Tag ein kleines bisschen besser, weil die Impfung jeden Tag 40.000 Menschen neue Hoffnung gibt.“ (ac)