
Amberg
Multifunktionsplatz wird für eine Stunde zum Klaus-Peter-Beer-Platz
31 Jahre ist es her, dass zwei Neonazis Klaus-Peter Beer in Amberg ermordet haben. Erst 25 Jahre nach seinem Tod und durch anhaltende Proteste wurde Klaus-Peter Beer 2020 als Opfer rechtsextremer Gewalt anerkannt. Damit die Tat nicht in Vergessenheit gerät, hat das Bündnis gegen das Vergessen auch in diesem Jahr wieder bei einer Gedenkveranstaltung an Klaus-Peter Beer erinnert.
„Hoffentlich sieht’s mir keiner an. Vor allem wegen meiner Eltern nicht“ – das schrieb Klaus-Peter Beer in sein Tagebuch. Mit „es“ meint er seine Homosexualität, die ihn aufgrund seiner konservativen Prägung sein Leben lang in einen inneren Konflikt drängt. 30 Jahre später wird Beer bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Amberg von zwei Neonazis ermordet – aufgrund seiner Homosexualität.
Forderung nach Umbenennung des Multifunktionsplatzes
Das Bündnis gegen das Vergessen fordert, den Amberger Multifunktionsplatz dauerhaft zu einem Klaus-Peter-Beer-Platz zu machen. Nicht nur der Name soll geändert werden, auch beispielsweise eine Umlackierung der Bänke und Fahrradständer in Regenbogenfarben oder Wegweiser zum Klaus-Peter-Beer-Steg sollen den Platz zu einem Symbol der Offenheit und Toleranz machen.
Erinnerung wichtiger denn je
Auch 31 Jahre nach Beers Tod soll die Erinnerung an ihn aufrechterhalten werden, findet Phillip Pietsch, Vorständ*in von Kunterbunt Amberg. Besonders durch die Zunahme von Gewalttaten gegen queere Menschen sei es wichtig, ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Durch eine Umbenennung des Platzes könne man zeigen, dass Amberg aus seiner Geschichte gelernt hat und einer Wiederholung der Geschehnisse entgegenwirken.
(en)