
Landshut/ Amberg
Polizeieinsatz: Mutmaßlicher Ausbruchsversuch von Rio-Räuber aus Haft
Der verurteilte Rio-Räuber, der kürzlich erneut im Mittelpunkt eines umfangreichen Banden-Prozesses in Amberg stand, hat für einen großen Polizeieinsatz in Landshut gesorgt. Zwei Männer, darunter sein Sohn, wurden verhaftet - weil sie mutmaßlich geplant haben, ihn aus der Haft zu befreien.
Der 49-Jährige Mann aus der Ukraine war Ende Juni wegen bandenmäßigen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Landgericht Amberg zu 11 Jahren Haft verurteilt worden und sitzt deswegen aktuell in der JVA in Landshut. Bereits Jahre zuvor war er in der Region als sogenannter „Rio-Räuber“ bekannt geworden – weswegen das Landgericht Weiden ihn ebenfalls bereits zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt hatte.
Am Sonntagabend hatte der 49-Jährige in der JVA in Landshut über Herzprobleme geklagt – die wohl nur vorgetäuscht waren, so die Staatsanwaltschaft heute in einer Mitteilung. Demnach wurde er in das Landshuter Klinikum gebracht, danach aber wieder in eine JVA überstellt. In der Nähe der Haftanstalt nahm eine Spezialeinheit der Polizei kurz darauf zwei junge Männer fest, einer davon der Sohn des inhaftierten Ukrainers. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft vor, dass sie den 49-Jährigen wohl aus der Haft befreien wollten. Ein Haftrichter des Amberger Landgerichts erließ gegen sie einen Haftbefehl.
Im Zusammenhang mit der Verurteilung des 49-jährigen Ukrainers durch das Landgericht Amberg wurde gegen den 25-jährigen, bei dem es sich um den Sohn des 49-jährigen handelt, bereits ein Verfahren wegen Handeltreibens und Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge eingeleitet und auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl erlassen. Dieser bestehende Haftbefehl wurde nunmehr um den Tatverdacht der versuchten Gefangenenbefreiung erweitert.
(az/exB)