
Amberg
Netzwerk für gemeinsame Hilfe bei häuslicher Gewalt
Auch wenn häusliche Gewalt ein Tabu-Thema ist, die Fallzahlen sind hoch. Institutionen rund um Amberg haben ein Netzwerk gebildet, um gemeinsam Hilfe anzubieten. Für sie wurde nun ein Interventionsleitfaden erstellt.
Die sogenannte Istanbul-Konvention fordert den umfassenden Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt. In Amberg und im Landkreis Amberg Sulzbach arbeiten mehr als ein Dutzend Fachstellen dabei zusammen. Zum Beispiel die Polizei, Jugendämter, Beratungsstellen, das Klinikum St. Marien, das Amtsgericht oder der Sozialdienst katholischer Frauen. Um die Handlungsabläufe aufeinander abzustimmen, hat ein Arbeitskreis unter Federführung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) nun einen Leitfaden erarbeitet.
Bestandteil der Istanbul-Konvention ist unter Anderem, dass alle einschlägigen Stellen, welche mit dem Thema häusliche Gewalt konfrontiert sind, geeignete Mechanismen für eine wirksame Zusammenarbeit zum Schutz von Betroffenen etablieren müssen. Um dieser Auflage nachzukommen, hat sich Anfang des Jahres 2026 eine Arbeitsgruppe aus dem Runden Tisch Häusliche Gewalt Amberg/Amberg-Sulzbach gebildet. Die Mitglieder sind verschiedene Institutionen aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach: die örtlichen Jugendämter, das Klinikum St. Marien sowie die Kinderklinik, die Polizei, das Amtsgericht Amberg, die Fachstelle Täterarbeit für die Oberpfalz, die Beratungsstellen und das Frauenhaus des SkF Amberg, die Gewaltschutzkoordination der Regierung der Oberpfalz, die ISKA-Beratungsstelle für betroffene Männer sowie die Schutzwohnung „Riposo“ für betroffene Männer.
In diesem Gremium wurde regelmäßig miteinander gearbeitet, um bestehende Strukturen und Handlungsabläufe der einzelnen Einrichtungen rund um das Thema häusliche Gewalt besser aufeinander abzustimmen. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit wurden in einem Interventionsleitfaden festgehalten, welcher die fachliche Vorgehensweise der einzelnen Stellen bei häuslicher Gewalt in Amberg und Amberg-Sulzbach übersichtlich darstellt. Dieser Leitfaden wird nun allen Fachkräften vor Ort zur Verfügung gestellt und dient als Grundlage für eine gelingende institutionsübergreifende Zusammenarbeit.
(gb)