Regensburg: Mann wird vier Tage nach Sturz in Schacht lebend gefunden

Vier Tage musste ein Mann in einem vier Meter tiefen Schacht in Regensburg ausharren – ehe er gerettet wurde. Er überlebt den Sturz nahezu unverletzt.

Der 56-Jährige war nach eigenen Angaben am Montagabend gegen 20 Uhr auf dem Heimweg aus unerklärlichen Gründen vom Weg abgekommen und ohne Fremdverschulden auf Bahngelände in einen über vier Meter tiefen Schacht gestürzt. Aus dieser misslichen Lage konnte er sich nicht selbst befreien. Tagelang schrie er vergeblich um Hilfe. Erst am Donnerstagnachmittag (30. Januar) hörten zwei DB-Mitarbeiter gegen 14 Uhr seine Rufe. Feuerwehr und Rettungsdienst befreiten schließlich den nahezu unverletzt wirkenden Mann aus dem Schacht.

Der 56-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, welches er mittlerweile verlassen konnte. Er gab gegenüber der Bundespolizei an, dass er nur kleinere Prellungen habe.
Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Diese ergaben bilang, dass es sich bei dem Schacht wohl um ein Relikt aus der Zeit der Dampflokomotiven handelt. Er diente zur Wassereinspeisung.

Weitere Informationen gibt die Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen:

Das Grundstück auf dem sich der Schacht befindet ist im Eigentum der DB-Immobilien und wird zur Zeit von der DB-Netz als Materiallager genutzt. Die letzten Arbeiten in diesem Bereich waren Mitte November abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war der Schacht nach DB-Angaben mit einem Metalldeckel gesichert.
Der Schachteinstieg ist etwa 80 Zentimeter mal 80 Zentimeter breit. Der Schacht weitet sich nach unten auf und ist im Fußbereich abgeschrägt. Dabei ist er zwischen 4,10 Meter und 4,50 Meter tief.

Die Bundespolizei ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung durch unterlassene Sicherungspflicht gegen unbekannt. Weitergehende Ermittlungen müssen noch mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt werden.

(Quelle: Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Waldmünchen)

(nh/Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Waldmünchen)

Fotos: Quelle: Bundespolizei