
Auerbach
Schluss für die „Auerbase“: Bau des ambitionierten Mars-Hotels ist abgesagt
Das Aus für die Auerbase: Das Marshotel, das in Auerbach für Astronautenfeeling sorgen und zugleich als Forschungsstandort dienen sollte, wird nicht gebaut. Das haben die Stadt und die Projektleiter jetzt einvernehmlich beschlossen.
Noch steht die Rakete einsam im Industriegebiet Saaß bei Auerbach, doch aus der geplanten Marswelt, zu der sie gehören sollte, wird nichts. Initiator Gerald Stelzer hat die Reißleine gezogen und das Projekt „Auerbase“ aufgegeben. Ausschlaggebend war laut ihm vor allem die fehlende Planungssicherheit für den geplanten Standort im Industriegebiet.
Dabei hatte Stelzer große Träume: Auf dem Gelände sollte ein Forschungsstandort mit einem außergewöhnlichen Themenhotel entstehen. Das Hotel war als Marswelt konzipiert, eingelassen in einen künstlichen Krater. Besucher sollten sich dabei wie auf dem Roten Planeten fühlen. Die Auerbase sollte so Weltraumbegeisterte aus der Region, aber auch aus aller Welt nach Auerbach locken.
Eigentlich sollte das Hotel bereits in diesem Jahr fertig sein. Doch aus der Umsetzung wurde bislang nichts. Laut Stelzer lag das unter anderem am langsamen Behördenapparat. Zum entscheidenden Hindernis entwickelte sich schließlich die Frage, wie das Industriegebiet genutzt und geplant werden kann.
Streit um den Standort
Damit das Hotel überhaupt hätte gebaut werden können, hätte die Stadt das Industriegebiet planerisch neu ausrichten müssen, denn eine Übernachtung wäre dort gar nicht erlaubt. Gegen diese Pläne regte sich Widerstand. Hinzu kam der heikle Vertrag rund um die etwa 60.000 Quadratmeter große Fläche. Das Grundstück reservierte die Stadt ursprünglich nur für ein Jahr lang für das Projekt. Daraufhin wurde die Reservierung von Jahr zu Jahr verlängert, doch im vergangenen Jahr stimmte die CSU-Stadtratsfraktion erstmals gegen die Verlängerung.
Seit rund einem halben Jahr stellt die CSU mit Birgit Barth nun auch die Bürgermeisterin. Stadt und Stelzer kamen zu einem abschließenden Gespräch zusammen.
Ein klares „Nein“ habe die Stadt dabei laut Barth zwar nicht ausgesprochen. Für Stelzer war die Situation dennoch eindeutig: Ohne eindeutige Unterstützung aus der Politik und verlässliche Perspektive für den Standort könne er die Auerbase nicht verwirklichen. Womöglich hätte die Stadt noch ein weiteres Jahr genehmigt, aber dieses Risiko war Stelzer angesichts seiner Investoren zu groß.
Stadt will Fläche neu vergeben
Das Projekt ist damit in Auerbach beendet. Stelzer schließt ein Marshotel grundsätzlich zwar nicht aus, sieht dafür aber keine Zukunft mehr am bisherigen Standort.
Die Stadt will die Fläche im Gewerbegebiet Saaß nun wieder für andere Ansiedlungen zur Verfügung stellen. Damit endet zwar ein Projekt, das Auerbach zu einem ungewöhnlichen Ziel für Weltraumbegeisterte hätte machen sollen, aber neue Perspektiven stehen in den Startlöchern. Laut Bürgermeisterin Barth bestehe auch schon Interesse an einem neuen Hotel in der Innenstadt.
Ein sichtbares Überbleibsel der gescheiterten Pläne gibt es allerdings noch: Auf dem Gelände steht weiterhin die rund sechs Meter hohe Marsrakete, die einst auf die geplante Auerbase aufmerksam machen sollte. Ihr Schicksal: Eine Internet-Verkaufsplattform. Wer die Rakete haben will, muss sie nur mit Fundament mitnehmen, und sich ein kleines Stück Auerbacher Geschichte in den Garten stellen.
(sb)