Schwarzhofen

Auf den Spuren der Vergangenheit – historische Altstraßen durch die Oberpfalz

Rund 830.000 Kilometer lang sind alle Straßen in Deutschland zusammengerechnet. Das ist mehr als doppelt so lang wie die Strecke von der Erde zum Mond! Nun ist unser aktuelles Straßennetz natürlich sehr modern: Meist gut befestigt und bestens kartiert. In den Jahrhunderten und Jahrtausenden vor uns waren die Menschen teils auf ganz anderen Wegen unterwegs. Wo die genau verlaufen sind, haben Oberpfälzer Heimatforscher wie Alfred Wolfsteiner aus Schwarzhofen untersucht.

15 Jahre Heimatforschung

Eines der sichtbarsten Zeichen für historische Straßen sind Hohlwege, die bis heute noch überall in unserer Landschaft zu finden sind. Wer auf ihnen unterwegs ist, wandelt sozusagen auf den Spuren unserer Vorfahren. „Solche Hohlwege sind dadurch entstanden, dass immer wieder Fuhrwerke einen Hang hinab gefahren sind.“, erklärt Wolfsteiner. „Sie waren oft schwer beladen und mussten mit sogenannten Hemmschuhen, also Eisenschienen, gebremst werden. Dabei haben sich die Wege immer tiefer in den Boden gegraben.“

Heimatforscher Alfred Wolfsteiner hat sich seit 15 Jahren der Erforschung von historischen Altstraßen verschrieben. Er weiß: Unsere Region spielte in den Verkehrsnetzen der Vergangenheit eine bedeutende Rolle. „Hier passierten Straßen wie die Bernsteinstraße oder die Feuersteinstraße. Unser Gebiet war historisch gesehen eine wichtige Verkehrsdrehscheibe.“

Verbindung von Regensburg und der nördlichen Oberpfalz

Der historische Weg, dem wir folgen, führt uns weiter über den Schwarzhofener Marktplatz. Es ist eine Straße, die von Regensburg aus in die nördliche Oberpfalz geführt hat. Wie alt sie genau ist – das können die Forscher nicht sagen. Das sei das große Problem bei der Altwegeforschung, bedauert Wolfsteiner. „Mit welcher Frequenz und in welcher Zeit die Straßen genutzt wurden, lässt sich nicht ohne weiteres festlegen.“ Wer aber über eine gewisse Kenntnis der Regionalgeschichte verfügt, könne darüber gewisse Rückschlüsse ziehen, wann eine Straße wahrscheinlich genutzt wurde, so Wolfsteiner.

Wenige hundert Meter weiter führte die Straße durch die Schwarzach. Früher war hier keine Brücke, sondern Wanderer und Fuhrwägen sind durch eine Untiefe im Fluss gegangen. Gleichzeitig war der Fluss selbst auch einmal eine Straße – allerdings vor sehr langer Zeit. „Die Schwarzach wurde in der Steinzeit dazu genutzt, Feuerstein aus Niederbayern nach Böhmen zu transportieren.“ Dieser Feuerstein wurde als Werkzeug genutzt.

Über die Altwegeforschung stoße man immer wieder auf interessantes Wissen über die Vergangenheit, so Alfred Wolfsteiner. Zum Beispiel auch darauf, woher die Bezeichnung „Auf dem Holzweg sein“ kommt. Als Holzwege wurden früher nämlich Straßen bezeichnet, die in den Wald führten und zum Abtransport von Holz genutzt wurden – weiter führten sie jedoch nicht. „Es konnte also vorkommen, dass man dann irgendwo in der Prärie stand.“, erklärt Wolfsteiner. Deswegen musste man darauf achten, eben nicht auf den Holzweg zu geraten.

Altstraßen digital verfügbar gemacht

Alfred Wolfsteiner und weitere Heimatforscher haben ihre Entdeckungen nun digital verfügbar gemacht. Sie haben alle Altwege, die sie in der Oberpfalz gefunden haben, auf Karten im OberpfalzWiki hochgeladen (https://www.oberpfalzwiki.de/%C3%9Cbersicht_Altstra%C3%9Fen_nach_TK_25). Wer Interesse hat, kann damit buchstäblich den Spuren der Vergangenheit folgen.

(az)

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