
Schmidgaden
Hilfe aus der Luft: Wie die Luftbeobachter die Bodeneinsatzkräfte beim Brand unterstützen
Es beschäftigt die Feuerwehr seit Tagen: die anhaltenden Brände in der Oberpfalz. Auch die Luftbeobachter sind im Dauereinsatz. Am Flugplatz Schmidgaden haben wir das Team bei einer ihrer Touren begleitet. Wie es abläuft wenn ein Brand entdeckt wird und wie die Flugzeuge der Feuerwehr im Brandfall helfen: Wir liefern die Antworten.
Kurz vor 13 Uhr setzt sich der Propeller in Bewegung, und wir starten mit dem Luftbeobachtungsteam des Flugplatzes Schmidgaden. Ihre Aufgabe ist es, Brände frühzeitig aus der Luft zu entdecken. In den vergangenen Tagen wurde fast bei jedem Einsatz ein Feuer gesichtet, berichtet Pilot Wolfgang Braun. Direkt nach dem Abheben prüft Beobachter Patrick Wilhelm die Umgebung, doch heute zeigt sich zunächst keine Rauchsäule. Also bleiben wir auf der vorgegebenen Route. Immer wieder wirkt ein heller Schleier wie Rauch, doch Wilhelm erkennt an der Färbung, ob es sich tatsächlich um ein Feuer oder lediglich um ein landwirtschaftliches Gerät handelt.
Brand entdeckt nähe Eschenbach
Wilhelm beugt sich kurz zum Fenster, deutet auf einen Punkt am Horizont und hält einen Moment inne: Rauch in Richtung Eschenbach. Wir verlassen die Route und fliegen näher heran. Am Truppenübungsplatz Grafenwöhr brennt es, doch da dort eigene Kräfte zuständig sind, muss Wilhelm den Brand nicht melden. Wäre das Feuer außerhalb des Übungsplatzes entstanden, hätte er über Funk die genaue Position durchgegeben und die Bodeneinsatzkräfte unterstützt. Brennt es tief im Wald, kreisen die Luftbeobachter über der Stelle, bis unten ein geeigneter Weg gefunden ist und die Lage eindeutig bestimmt werden kann.
So läuft eine Luftbeobachtersaison ab
Die Saison beginnt meist schon im März, wenn die Vegetation trocken ist und die ersten Waldbrände auftreten. Dann starten auch die ersten Beobachtungsflüge. Beauftragt werden die Teams von der Regierung der Oberpfalz, die auch die Route vorgibt. Im OTV-Sendegebiet betrifft das die Flugplätze in Weiden und Schmidgaden. Die heutige Strecke führt über Wald- und Wiesenflächen der nördlichen und mittleren Oberpfalz, unter anderem über Illschwang, Weiherhammer und Oberviechtach. Nach gut einer Stunde endet der Flug, doch am Abend wird eine weitere Runde folgen – für die Sicherheit der Natur und der Menschen.
(ls)