
Weiden
Space-Eye sucht dringend nach neuen Helfern
Seit einigen Monaten ist die Hilfsorganisation Space-Eye in der Pressather Straße in Weiden beheimatet. Nun haben die Ehrenamtlichen ihren ersten LKW mit Hilfsgütern vom neuen Standort aus in die Ukraine entsendet.
Seit viereinhalb Jahren herrscht Krieg in der Ukraine. Viele Menschen vor Ort sind nach wie vor auf Hilfsgüter angewiesen. Doch die Spendenbereitschaft sei inzwischen deutlich kleiner als noch vor ein bis zwei Jahren – das sagen die Ehrenamtlichen der Hilfsorganisation Space-Eye in Weiden. Trotzdem setzen sie sich nach wie vor dafür ein, Lastwagen mit Hilfsgütern in die Ukraine zu schicken – nun haben sie zum ersten Mal einen Hilfs-LKW von ihrem neuen Standort in Weiden aus entsendet.
Suche nach helfenden Händen
Im Vorfeld hatte Projektleiter Andreas Lehner die Sorge, dass helfende Hände beim Verladen knapp sein könnten. Doch er wurde positiv überrascht. „Wider Erwarten sind viele Helfer gekommen, viele davon heute zum ersten Mal“, freut er sich. „Wir brauchen immer dringend Leute, aber heute ist es echt klasse.“
Die meisten der Helfer bei Space-Eye haben selbst Migrationshintergrund – rund 80 bis 90 Prozent, schätzt Lehner. Einige davon sind Geflüchtete aus der Ukraine. „Ich denke aber, es spielt keine Rolle, ob die Leute aus der Ukraine oder aus anderen Ländern sind.“, erklärt ein ukrainischer Helfer gegenüber OTV. Sein Freund nickt und bekräftigt „Es geht einfach darum, dass Menschen helfen.“
Angelika aus Weiden möchte aus politischer Überzeugung heraus mithelfen: „Ich will Putin ein bisschen in den Hintern treten damit“, erzählt sie schmunzelnd. Sie engagiert sich seit einigen Monaten bei Space-Eye. Ähnlich lang ist auch Rolf Michael aus Weiden mit dabei. Er erklärt: „Ich habe in meinem Leben viel von der Gesellschaft in Anspruch genommen und möchte etwas zurückgeben. Es ist eine sehr anspruchsvolle und verantwortungsvolle Arbeit, die hier gemacht wird“, betont er.
Neuer Standort für Space-Eye ein Glücksgriff
Es ist das erste Mal seit dem Umzug, dass Space-Eye hier in Weiden einen LKW belädt. Die Organisation musste im Frühjahr ihre bisherigen Räume in Neustadt verlassen und fand in letzter Minute diese Lagerhalle in Weiden. Für Space-Eye ein Glücksgriff. „Die neuen Räumlichkeiten sind klasse“, erklärt Andreas Lehner. „Ein Riesen-Fortschritt im Vergleich zu Neustadt.“ Hilfsgüter könnten hier ebenerdig verladen werden – eine große Erleichterung.
Die Hallen in der Pressather Straße sind gefüllt mit Spenden aller Art: Vom Kuscheltier bis zum Bleikristallglas, vom Fahrrad bis zur Schulbank. Nicht alles, was hier abgegeben wurde, eignet sich für den Transport in die Ukraine. Was für den Transport in den LKW verladen wird, haben die Ehrenamtlichen vorher genau ausgewählt, vor allem Haushaltsartikel und Schulausstattung. Insgesamt 10,3 Tonnen Hilfsgüter sind es, die sich an diesem Tag auf den Weg in die Ukraine machen.
Space Eye bittet weiterhin um Spenden. Was genau gebraucht wird, steht auf der Webseite der Organisation (https://space-eye.org/weiden). Und vor allem suchen die Ehrenamtlichen nach Menschen, die sie tatkräftig unterstützen wollen – damit die Hilfe aus Weiden für die Ukraine weitergehen kann.
(az)