Teublitz
„Erdäpfel-Pfalz“ in Not
Die Kartoffelernte steht bevor und sie wird vermutlich nicht gut ausfallen. Das hat eine erste Proberodung des Erzeugerrings Oberpfalz nun ergeben. Wir zeigen Ihnen, wie hoch die Verluste im Vergleich zum Vorjahr ausfallen werden.
Braun, rund und vielseitig einsetzbar: Kartoffeln gehören zu den wichtigsten Feldfrüchten der Oberpfalz. Kurz vor Beginn der eigentlichen Ernte führt der Erzeugerring Oberpfalz traditionell sogenannte Proberodungen durch. Sie geben Landwirten und Abnehmern einen ersten Überblick über die zu erwartenden Mengen und Qualitäten.
Bis zu zwei Drittel weniger Kartoffeln
Die ersten Ergebnisse sind ernüchternd: Statt des zunächst erwarteten 50-prozentigen Rückgangs bei der Marktware könnte die Ernte im Vergleich zum Vorjahr sogar um rund 66 Prozent geringer ausfallen. Hauptursachen sind die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen.
Kartoffeln reagieren als Flachwurzler besonders empfindlich auf Wassermangel. Gleichzeitig setzt ihnen die Hitze zu: Temperaturen von mehr als 25 Grad bedeuten für die Pflanzen bereits Stress. Bei 30 bis 35 Grad stellen sie ihr Wachstum weitgehend ein.
Viele Kartoffeln bleiben zu klein
Die schwierigen Bedingungen haben dazu geführt, dass zahlreiche Knollen zu klein geblieben sind. Sie werden bei der Ernte teilweise gar nicht von den Maschinen erfasst. Geschmacklich sind die kleinen Kartoffeln zwar einwandfrei, für Verbraucher und die verarbeitende Industrie sind sie jedoch nur eingeschränkt nutzbar.
Zusätzlich haben Schädlinge wie Drahtwürmer und Schnecken in diesem Jahr vielerorts für Probleme gesorgt.
Auch andere Feldfrüchte bringen weniger Erträge
Normalerweise können Landwirte schlechte Kartoffelernten teilweise durch bessere Erträge bei anderen Feldfrüchten ausgleichen. In diesem Jahr ist das kaum möglich. Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben nahezu alle Kulturen getroffen – und sorgen damit in vielen Bereichen für Mindererträge.
Folgen auch für die Kartoffelindustrie
Die Auswirkungen dürften nicht nur auf den Feldern zu spüren sein. In der Oberpfalz ist auch die Kartoffelverarbeitung stark vertreten – von Chips und Pommes bis hin zu Knödelprodukten. Die geringeren Erntemengen lassen die Preise für den Rohstoff bereits deutlich steigen.
Diese Preissteigerungen könnten sich letztlich auch im Supermarkt bemerkbar machen.
Die reguläre Kartoffelernte soll in knapp zehn Tagen beginnen und sich voraussichtlich bis in den Oktober hineinziehen.
(sos)