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      Schlicht

      Ein Bär, schwarze Farbe und jede Menge Kirwa-Gaudi: Das Kirwabären-Treiben

      Am Kirwamontag wird in Schlicht bei Vilseck eine besondere Tradition gepflegt: Der Kirwabär wird durchs Dorf getrieben. An einer Leine geführt, darf er sich nicht frei bewegen. Dafür hat er eine klare Aufgabe: Er soll die Kirwaleute und möglichst jeden, der ihm über den Weg läuft, mit schwarzer Farbe anmalen.

      Der Brauch ist in einigen Orten im Landkreis Amberg-Sulzbach bekannt, läuft aber nicht überall gleich ab. Wie man Kirwabär wird, das unterscheidet sich beispielsweise von Ort zu Ort. Manchmal trifft es denjenigen, der als Erster von der Kirwa nach Hause geht, manchmal den, der zu spät kommt. Weit verbreitet ist allerdings diese Praxis: Wer als erster speit, der ist Kirwabär.

      Für Julian kommt die Aufgabe unverhofft

      In Schlicht fiel die Rolle in diesem Jahr auf Julian – allerdings nicht ganz freiwillig. Sein Kirwamoidl musste sich übergeben, da nur Männer den Kirwabären stellen, war er dran. Auf die Aufgabe blickt er mit Respekt: Er rechnet damit, dass einiges auf ihn zukommt.

      Leicht hat es der Kirwabär tatsächlich nicht. Trotzdem wird die Rolle mit Stolz getragen. Schließlich haben vor Julian schon unzählige Kirwaburschen dieses Amt übernommen.

      Woher der Brauch kommt, ist nicht ganz klar

      Der Ursprung des Kirwabärentreibens lässt sich heute nicht mehr vollständig nachvollziehen. Fest steht: Die Tradition ist mit einem alten Heischebrauch verbunden. Das heißt: die Kirwagesellschaft zieht von Haus zu Haus und sammelte Essen und Getränke.

      Warum dabei ausgerechnet ein „Bär“ durch den Ort getrieben wird und welche Bedeutung die schwarze Farbe ursprünglich hatte, ist dagegen nicht eindeutig überliefert.

      Aus dem Treiben wird ein Fest für den ganzen Ort

      Was auf den ersten Blick nach einer eher ruppigen Tradition aussieht, ist vor allem ein Zeichen von Gemeinschaft. Wenn der Kirwabär durchs Dorf zieht, laden verschiedene Haushalte die Kirwaleute zu einem Zwischenstopp ein. Dann wird gemeinsam gefeiert, gesungen und getrunken, bevor es weiter zur nächsten Station geht.
      So wird aus dem Kirwabärentreiben schnell eine kleine Dorfrunde, bei der viele zusammenkommen. Spaß, Blödsinn und Tradition gehören dabei genauso dazu wie das ein oder andere Getränk.

      Ausführlicher sehen Sie das ganze diesen Samstag um 18:30 Uhr in „Brauch ma“.

      (kw)

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