Rauberweiherhaus / Wackersdorf / Schwandorf

Streit um geplanten Helikopter-Sonderlandeplatz

Im Wackersdorfer Ortsteil Rauberweiherhaus regt sich Widerstand gegen den geplanten Bau eines Helikopter-Sonderlandeplatzes. Dieser soll nur wenige hundert Meter von den Wohnhäusern entfernt entstehen – direkt neben dem bestehenden Flugplatz des Flugsportclubs Schwandorf.

Bauherr ist der Unternehmer Markus Guggenmos mit seiner CT2 Solutions GmbH & Co. KG. Auf einer Informationsveranstaltung der Anwohner war Guggenmos nicht anwesend. Auch auf Anfragen zu dem Vorhaben reagierte er bislang nicht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte er Kontakt zum örtlichen Luftsportclub FLC Schwandorf aufgenommen und Pläne für einen Hallenbau sowie die Stationierung von Hubschraubern und Motorflugzeugen vorgestellt. Die Vereinsmitglieder lehnten dies in einer Versammlung im Juli 2025 mehrheitlich ab.

Auch Naturschützer sehen das Projekt kritisch

Neben den Anwohnern äußert auch der BUND Naturschutz Bedenken. Der geplante Landeplatz liegt nur rund 500 Meter vom Charlottenhofer Weihergebiet entfernt. Das Gebiet ist das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Oberpfalz und gilt zudem als national bedeutsames Brutvogelgebiet.

Der BUND Naturschutz befürchtet, dass der zusätzliche Flugverkehr die Tiere beeinträchtigen könnte – insbesondere durch die geplanten An- und Abflugschneisen.

Auch die mögliche Lärmbelastung sorgt bei den Anwohnern für Kritik. Laut Bauantrag wären bis zu 1.144 Hubschrauberflüge pro Jahr möglich.

Besonders kritisch sehen die Naturschützer die vorliegenden Gutachten. Diese würden sich nach ihrer Einschätzung vor allem mit dem Standort des geplanten Hangars beschäftigen, nicht aber ausreichend mit den möglichen Auswirkungen auf das nahegelegene Naturschutzgebiet.

Gemeinde Wackersdorf fordert Beteiligung

Von dem Vorhaben erfuhr die Gemeinde Wackersdorf nach eigenen Angaben erst vor rund zwei Wochen. Daraufhin organisierten zwei Gemeinderäte eine Informationsveranstaltung für die Anwohner von Rauberweiherhaus.

Inzwischen liegen der Gemeinde die Entwurfsunterlagen vor, die auch online veröffentlicht wurden. Die Gemeinde Wackersdorf will sich nun mit einer eigenen Stellungnahme in das Verfahren einbringen und fordert auch die betroffenen Bürger auf, ihre Einwände vorzubringen.

Luftamt entscheidet über den Sonderlandeplatz

Zuständig für das Genehmigungsverfahren ist das Luftamt Nordbayern. Die CT2 Solutions GmbH hatte dort im März dieses Jahres die Genehmigung für den Sonderlandeplatz beantragt. Das Luftamt holte bislang lediglich eine Stellungnahme der Stadt Schwandorf ein. Diese erhob keine Einwände.

Das geplante Baugrundstück befindet sich derzeit noch im Besitz der Bayerischen Staatsforsten. Ein Verkauf ist grundsätzlich vorgesehen, sobald das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist.

Noch bis 30. September können Einwände eingereicht werden

Für die Anwohner und weitere Betroffene läuft damit die entscheidende Phase: Noch bis zum 30. September können Stellungnahmen und Einwände beim Luftamt Nordbayern eingereicht werden. Anschließend sollen die eingegangenen Stellungnahmen geprüft und das Vorhaben auf dieser Grundlage erneut bewertet werden. Anwohner haben zusätzlich dazu vor wenigen Tagen eine Online-Petition ins Leben gerufen.

(sos)

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