
Moosbach
Ein Haus aus Lehm, Holz und Granit – nachhaltiges Bauprojekt in Moosbach
Ein Haus, komplett aus Lehm, Holz und weiteren regionalen Baustoffen. Das haben Fritz und Jutta Steinhilber aus Moosbach gebaut. Entstanden sind dabei drei nachhaltige Ferienwohnungen und ein Bio-Hofladen. Eine Hausbesichtigung der anderen Art.
Böden aus Oberpfälzer Granit, Holzbalken aus dem eigenen Wald und vor allem: Wände aus Lehm. Dieses Haus in Uchamühle bei Moosbach besteht aus so vielen regionalen Naturmaterialien wie möglich. Das war Fritz und Jutta Steinhilber wichtig. Das Vater-Tochter-Gespann hatte es sich vor ein paar Jahren zum Ziel gesetzt, ein möglichst nachhaltiges Gebäude zu bauen. „Lehm ist ein Material, bei dem kein Sondermüll anfällt“, erklärt Jutta Steinhilber. „Wenn unsere Kinder das Haus mal abreißen wollen, müssen sie nur die Holzbalken und Leitungen rausmachen und dann kann das Haus wieder zu Erde werden.“
Das war gleichzeitig eine der Herausforderungen beim Hausbau: Der Lehm durfte nie nass werden, sonst hätte sich das Gebäude ganz schnell wieder aufgelöst. Bei den Bauarbeiten war deswegen immer eine Regenschutzplane über dem Gebäude.
„Nicht alles hat aufs erste Mal geklappt“
Ein Haus komplett aus Lehm zu bauen – für alle Beteiligten Neuland. „Es gibt da keine Erfahrungen“, erklärt Jutta Steinhilber. Stattdessen hätte die Familie gemeinsam beim Bau mit den Handwerkern immer wieder Dinge ausprobieren müssen und nicht alles habe dabei aufs Erste Mal geklappt. „Aber am Ende sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, so Steinhilber.
Ursprünglich wollten die Familie ein Holzhaus bauen. Dafür fanden sie aber 2022 keine Baufirma, die sich des Projektes annehmen wollte. Mit Lehm vom eigenen Acker zu bauen war die nächste Idee, aber der hätte erst eine Sicherheitsprüfung bestehen müssen, um in Deutschland für den Bau zugelassen zu sein. So kamen die Bauherren dann auf Lehmblöcke von einer Firma aus Rötz.
„Diese Entscheidung war auch gar nicht so verkehrt“, bilanziert Fritz Steinhilber rückblickend. Denn so eine Wand aus Lehmblöcken lasse sich mithilfe eines Maurers relativ leicht selbst nachbauen. „Wenn das also jemand nachmachen will, hat er dazu die Chance“. Und auf Nachahmer hoffen die Steinhilbers. Denn die drei Wohnungen, die hier entstanden sind, sollen als Ferienwohnungen an Urlauber vermietet werden – die sich hoffentlich die eine oder andere Inspiration zum nachhaltigeren Bauen mit nach Hause nehmen.
Der Markt Moosbach verzeichnet etwa 25.000 Übernachtungen pro Jahr, berichtet Bürgermeister Armin Bulenda. Er freut sich deswegen über jede neue Ferienwohnung. Vor allem passe die ökologische Bauweise der neuen Wohnungen perfekt zum Konzept des Ortes. Der Markt ist nämlich seit vergangenem Jahr ein Naturerlebnisdorf und setzt auf sanften und nachhaltigen Tourismus.
Tag der offenen Tür am 30. August
Im Erdgeschoss des Lehmhauses ist außerdem noch ein Bio-Hofladen entstanden. Bei dem setzt Jutta Steinhilber auf eine Vertrauenskasse und die Ehrlichkeit ihrer Kunden. Am Sonntag können Interessierte das Lehmhaus selbst besichtigen – ab 11 Uhr feiert die Familie Steinhilber ihr Hoffest mit einem Tag der offenen Tür.
(az)