Urlaub Dahoam
Urlaub Dahoam: Maulwurferlebnis im Erdbodenhaus Windischeschenbach
Am GEO-Zentrum an der KTB steht ein Gebäude, das aussieht, als hätte die Natur selbst Hand angelegt. Das neue Erdbodenhaus zeigt, was sonst nur Maulwürfe und Regenwürmer zu sehen bekommen: die faszinierende Welt unter unseren Füßen. Ein „Urlaub Dahoam“, mal ganz anders in den tiefen der Erde.
Im neuen Erdbodenhaus am GEO-Zentrum an der KTB in Windischeschenbach beginnt unser Besuch mit einem Gefühl, das wohl sonst nur ein Maulwurf kennt: ziemlich dunkel hier unten, und es riecht eindeutig nach Erde. Der Bau wirkt, als hätte die Natur selbst den Entwurf geliefert – ein Haus, das aus dem Material besteht, das es zeigt. Drinnen hängen rund 250 Bodenprofile, die eine Welt sichtbar machen, die sonst nur Regenwürmer, Pilze und ambitionierte Hobbygärtner wirklich kennen. Christina von Seckendorff vom GEO-Zentrum erklärt, dass die Ausstellung eine Mischung aus Schaudepot und Lernort ist, mit interaktiven Stationen zu Naturböden, ihrer Entstehung und der Frage, wer diesen Lebensraum eigentlich schützen muss. Und ja, wer hier steht, fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie ein Maulwurf. Der Bau selbst ist ein Unikat: 50 Zentimeter dicke Stampflehmwände, Holz aus den umliegenden Wäldern, komplett recycelbar – ein Haus, das innen wie außen atmet, wie Architekt Peter Brückner sagt. Rund 800.000 Euro hat das Projekt gekostet, finanziert von Stiftung, Sponsoren, dem Freistaat und einem Kredit. Der Boden unter unseren Füßen ist eben mehr als Dreck und Staub: Er ist Lebensraum, Filteranlage, Geschichtsbuch und manchmal sogar Kunstwerk.
(ls)